Linde.
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jüngere Graf zu Lindau, den beiden Fürsten Adolph und Albert vonAnhalt die Grafschaft als Eigenthum, mit dem Vorbehalt des Wieder-kaufes, des Titels und einiger Lehnsstiicke. Ausser dieser genanntenGrafschaft im Anhalt'schen besassen sie aber auch die Grafschaft Rup-pin in der Mittelmark. Markgraf Albrecht gab einem Grafen Johannv. Lindau, der unter dem Kaiser Lothar tapfer gegen die Wendengefochten hatte, diese Grafschaft zum Lehn. Sie erbauten das Schlosszu Alt-Ruppin und gründeten das Nonnenkloster Lindau, das gegen-wärtig als Fräulein-Stift besteht (m. s. I. Band des AdelslexiconsS. 54.). Im Jahre 1756 gab Graf Günther v. Lindau - Kuppin derStadt Ruppin ihre Privilegien. — Aijnes , Gräfin von Ruppin, soll imJahre 1329 die dritte Gemahlin des Herzogs Heinrich des Löwenvon Mecklenburg, nach Andern aber die Gemahlin eines Sohnes des-selben geworden sein. Im Jahre 1337 verkauften die Grafen vonRuppin ihre Grafschaft Lindau um 12,400 Schock Prager Pfennige.— Im Jahre 1373 starb Elisabeth, Gräfin von Ruppin, Gemahlin desKurfürsten Rudolph II. zu Sachsen. Diese Grafen waren Landständeder Mark Brandenburg, und folgten den Landesherren in denKriegszügen. Mit dem Grafen Wichmann v. Lindau, Herrn zu Rup-pin, der, 21 Jahre alt, starb, erlosch dieses gräfliche Haus im Jahre1524, und die Grafschaft Ruppin fiel unter der Regierung des Kur-fürsten Joachim des I. der Krone anheim. Der letzte Graf, Wichmannv. L., war im Jahre 1503 geboren und starb, wie wir erwähnten, imJahre 1524, und zwar am Sonntage Oculi, sehr plötzlich. Seine Elternwaren Joachim, Graf v. L. (gestorben 1507), und Margarethe, Gräfinv. Hohenstein (gestorben 1508). Gegenwärtig bildet diese Grafschaftden landräthlichen Kreis Ruppin, zum Regierungs - Bezirke Potsdamgehörig. Die Grafschaft enthielt bei ihrem Meimfall 3 Land- undzwei Amtsstädte, zwei kleine Städte, einen Flecken, und 06 Dörfer.Zu denselben gehörten, ihrem Besitz nach, 37 adelige Geschlechter.Namentlich liegt auch das schöne Schloss Rheinsberg in dieser Land-schaft. Siebmacher giebt im III. Bd. S. 25. das Wappen der Grafenv. Lindau; es zeigt im silbernen Schilde einen goldenen Adler undauf dem gekrönten Helme zwischen zwei breiten, oben spitzigenBlättern eine sitzende, nach der rechten Seite gekehrte Dogge.M. s. Dietrich, liist. Nachrichten von denGrafen v. Lindau, Herrenzu Ruppin, Berlin 1725. Zedler's Univ.-Lexicon XVI. Band S. 1312.Gauhe, II. Th. S. 639.
Linde, die Herren von der.
In Schlesien und in Prenssen kommt ein altes vornehmes Ge-schlecht dieses Namens vor, das noch heute in verschiedenen Zwei-gen blüht. Zu Breslau starb am IL Septbr. 1679 Petrus von derLinde, ein Sohn des Johann Geonj v. d. L. — In dem Regiment v.Besser stand im Jahre 1806 ein Capitain v. d. L., der zuletzt Oberst-lieutenant und Commandeur des 1. Garnisonbataillons war. Kr er-warb sich den Militair - Verdienst-Orden bei Macniszewo, und daseiserne Kreuz bei Gr. Beeren. — Elin anderer Capitain v. d. L.der 1806 im Regiment v. Natzmer stand, war später Major in der west-phälischen lnvaliden-Compagnie; ein jüngerer Bruder, damals Pr. Lieu-tenant in dem genannten Regiment, schied im Jahre 1826 als Oberst-lieutenant aus dein 16. Infant. - Regiment. Er ist Ritter des eiser-nen Kreuzes (erworben bei Dennewitz). — Ein Capitain v. d. L.im 21. Landwehr - Regiment erwarb sich das eiserne Kreuz vorDanzig.
v. Zedlitz Adels - Lex. HI. 17