Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
Seite
249
Einzelbild herunterladen
 

Liedlau.

249

ßien kommen die v. Liedlan seit 1300 vor. Henricits de Liedlau war1308 am Hofe des Ilei'/.ogs von Glogau. Von seinen Nachkommenbekleidete eine lange Reihe hohe Stellen an den Hofen der Piasten.Das Geschlecht zerliel in Schlesien nach und nach in die Häuser Au-ris (ras), Kllgntli, Adelsdorf, Gölschau u. s. w. In Böhmen besass esdie Herrschaften Königshain bei Trautenan , Betschanowitz, Spraun-berg u. s. w. Das Haus Gölschau vereinigte den Besitz von Ober-Göl-schau mit den Gütern Gr. Janowitz, Conradsdorf, Tschirbsdorf, Ue-berschaar, Dohnau u. s. w.

Von den in dem letzten Jahrhunderte noch lebenden Mitgliedernder Familie tinden wir folgende interessante Nachrichten. Am 14. Febr.1721 starb, so erzählt die Chronik, satt an Glück und Jahren, sei-nes Alters 80 Jahre weniger 1 Monat, der tlieure Greis, Herr Hein-rich Daniel, Freiherr v. Liedlau und Ellgut, Herr auf Gölschau , Con-radsdorf, Ueberschaar, Gross-Janowitz , Sanitz und Tschirbsdorf, desFiirstenthums Liegnitz hochverehrlich gewesener Landesältester, undim haynauischen Weichhilde königl. Land-Hofrichter. Kr war bei da-mals unglücklichen Zeiten in der nahen Stadt Haynau geboren (den15. März 1641), dessen Herr Vater war Heinrich v. Liedlau, Herrauf Conradsdorf und Tschirbsdorf, die Frau Mutter Anna Maria, ge-borne v. Stange, aus dem Hause Kunitz. Diese erzogen ihn anfangsin bemeldetem Haynau, und liessen ihn darauf einen guten Grund indem Görlitzschen Gymnasium, im hochgräflichen Lynarischen Hause,.legen. A r on da begab er sich an des Kurfürsten zu Sachsen, JohannGeorg II. Hof, der damals recht eine hohe Schule für solche edleSchüler war; er frequentirte die vornehmsten deutschen Höfe, und nachdurch Holland und Dänemark vollendeten Reisen ötfneten ihm seineherrlichen Eigenschaften den Weg an den damals glücklich florirendenHof Herzogs Ludovici zu Liegnitz. Die Herren Stände des liegnitz-schen Fiirstenthums erwählten ihn im Jahre 1672 zu ihrem Landes-Deputirten. 1678 ward ihm mit allgemeinem Beifalle das ansehnlicheAmt eines Hofrichters, und 1680 die hochwichtige Charge eines Lan-desältesten anvertraut. Der plastische Herzog setzte ein so gnädigesVertrauen auf ihn, dass er neben andern auch einmal seine eigeneSache in seine Hände stellte, und in einem gewissen sehr imposantenWerke ihn mit zum Richter erwählte. Er war ein Mann von grosserAutorität, sonderbarer Ilerzhaftigkeit, Erfahrung und Klugheit, auchvon vortrefflicher Natur; doch gab ihm endlich der bei ganz verlorenemAppetit zunehmende Marasmus senilis gar oft die Worte in den Mund:Ich sehe, dass es mit mir ein Ende nehmen will. Er lebte im Ehe-stande mit Ursula Magdalena v. Hund, aus dem Hause Hausse, ver-mählt den 17. Octbr. 1668. Sie starb 1699 am 30. Nov. bald nach ih-rer Schwester, vermählten Freiin von Abschatz. Von ihr waren vierSöhne und drei Töchter geboren, davon aber alle drei Töchter undein Sohn dem Vater ins Grab voran gegangen; das noch lebende Loch-geschätzte Kleeblatt der Herrn Brüder ist:

I. Hans Sigismund, Freiherr von Liedlau und Ellgutt auf Gross-Janowitz und Dohnau, des liegnitzschen Fürstenthums im andern KreiseLandes-Deputirter. Gemahlin Barbara, Freiin von Morawitzky aufBurg Branitz; von der geboren: ein Sohn, starb; zwei Töchter, Ur-sula und Juliana.

II. Heinrich Daniel, Freiherr v. Liedlan und Ellgutt, auf Ober-Gülschau und Tschirbsdorf, des liegnitzschen Fürstenthums im liay-nauschen Weichbilde Deputirter. Gemahlin Freiin Brigitta, geborneFreiin v. Zedlitz und Hohenliebethal; von der geboren: 1) FreiherrHeinrich Göttlich , 2) Anna Magdalena.