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3 (1842) I - O
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Liechtenstein.

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Nekrolog des Feldmarschalls Fürsten Johannvon Liechtenstein.

Am 20. April, an demselben Tage, in derselben Abendstunde,in der sich ihm vor 27. Jahren (20. April 1809) Regensburg ergab,wodurch der Rückzug des besiegten Heeres über die Donau gesichertund unberechenbares Unheil verhütet wurde, am Todestage der zweigrössten Heeresfürsten Oesterreichs, Tillys (20. April 1032) und Eu-gens (20. April 1736), verschied zu Wien, kurz vor erfülltem 76. Le-bensjahre, Johann, souverainer Fürst und Regierer des Hauses Liech-tenstein, Herzog zu Troppau und Jägerndorif, Feldmarschall, Inha-ber eines Husarenregiments, Ritter des goldenen Vliesses, Grosskreuzdes Theresienordens u. s. w. Er war einem Hause entsprossen, dasOesterreich eine unglaubliche Zahl berühmter Krieger gab, vom Gross-oheim des Verewigten, dem Fürsten Wenzel, dem Schöpfer der öster-reichischen Artillerie, bis hinauf zu den lleldenbriidern Ulrich undHeinrich, Ueberwindern der Ungarn, der Mongolen und der heidnischenPreussen, Heldenbrüdern, die das verwaiste Oesterreich und Steyer-mark, nach dem Erlöschen der Babenberger, dem König Ottocar gaben,und als er Tyrann wurde, es ihm wieder nahmen und an Rudolph v.Habsburg überlieferten, und aus denen Ulrich zugleich als der Sängerdes „Frauendienstes" und des „Ytwitz" in der altdeutschen Dichter-welt einen unvergänglichen Namen hat. — Fürst Johann wurde am26. Juni 1760 dem Fürsten Franz von der Grälin Leopoldine Stern-berg geboren. Er vermählte sich am 12. April 1792 mit Josephine,Landgräfin v. Fürstenberg, aus welcher Ehe dreizehn Kinder, worun-ter sieben Prinzen, hervorgingen. Der junge Fürst verdankte seinerhochverehrten Mutter das ausgezeichnete Wohlwollen Joseph II., unddie zärtliche Sorgfalt des Schöpfers des neueren Kriegssystems in Oe-sterreich, des Marschalls Moritz, Grafen von Lascy. Er wurde 1782Lieutenant, 1783 Rittmeister bei Anspach - Kürassiere, 1787, beimAusbruche des Türkenkrieges, Major bei Harrach - Dragoner, 1788zeichnete er sich unter des Kaisers Augen vor Belgrad durch mehrerekühne Reiterangriffe dergestalt aus, dass der Monarch ihn zum Oberst-lieutenant der alten Pappenheimer, damals Kinsky-Chevauxlegers, er-nannte. Der Fürst wurde Oberst, als er in der stürmischen Wetternachtdes 20. Juli 1790 den türkischen Entsatz des von den Oesterreichern be-lagerten Czettin vereitelte, und erhielt den Theresienorden, als er indem gleich darauf erfolgten Sturme mit dem nachmaligen Feldzeug-meister und Kriegspräsidenten, Grafen Ignaz Guilay, der Erste auf derMauer war. Auf einem ungesattelten Pferde, mit seinen zur Nacht-ruhe ausgekleideten Leuten, in Abwesenheit seines Obersten, war derFürst auf die weit überlegenen, unvergleichlich berittenen und ver-zweifelten Spahis losgepraitt, warf sie auf ihr eigenes Fussvolk undrollte Alles in einem wildverworrenen Knäuel der Flucht auf. Seitdem in der Lützener Schlacht gefallenen Pappenheim, seit dem beiMollwitz umgekommenen Römer, liatte die altberühmte österreichischeCavallerie keinen kühnem Magister equitum, als „den Fürsten Johan-nes", wie man ihn zu nennen pflegt, dessen wildverwegenes Reitenund markdurchdringendes, helles und dünnes Commandowort Jedemnnvergesslich sind , der jenes und dieses einmal gesehen und gehört.Er hat für immer seinen Platz neben Ziethen und Seidlitz und nebendem, nur durch eine noch grössere Schaubühne seiner Thaten, nichtdurch grösseren Muth, nicht durch grössere Geistesgaben nnvergessli-clien Husarengreise Blücher, dem „Marschall Vorwärts". — In 80grösseren und kleineren Treffen, in 13 Feldziigen (1788—1790, dann