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3 (1842) I - O
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Liechtenstein.

sehen Staates gilt, für angemessen, die sich auf sein Lehen und sei-nen Tod beziehenden uns vorliegenden Nachrichten unserem das fürst-liche Haus Liechtenstein betreuenden genealogischen Aufsatze bei-zufügen.

Im Jahre 1836 den 20. April starb der Feldmarschall Fürst JohannV .Liechtenstein, geboren am 26. Juni 1760, an den Folgen eines Schlag-anfalles. Mit der innigsten Neigung zum Soldatenstande geboren, bil-dete er sich in der Schule des Grafen Lascy schnell zum tüchtigenOffizier aus. Seine ersten Feldzüge machte er gegen die Türken mit,bei welcher Gelegenheit die Treil'en bei Giurgewo und Czettin seinenNamen schon rühmlich bekannt machten. Im Jahre 1792 rief ihndes Kaisers Wille nach den Niederlanden, wo die heissen Tage vonBouchain und Cambrav seine Tapferkeit aufs Neue beurkundeten.Nicht weniger geschah dies durch die Vorgänge bei Maubeuge im Jahre1794, bei Heidenheim, Forchheini, Bamberg und Wiirzburg im Jahre1796. In der Schlacht an der Trebia, wo er 5 Pferde unter demLeibe verlor, verdiente sich der Fürst eines der schönsten Blätter ausdem dort errungenen Lorbeerkranze. Die Schlacht bei Novi, die Er-oberung von Coni, der Rückzug nach der Schlacht bei Hohenlindenund das Gefecht bei Salzburg sind insgesammt Zeugen seines Ruhmes.Nach dem Unglücke bei Ulm 1805 wurde er durch ein kaiserl. Hand-schreiben , das ihn vom Krankenlager aufrief, an die Spitze der Ar-mee gestellt. Seine ruhmvolle Mitwirkung bei Austerlitz ist bekannt.Im December desselben Jahres unterzeichnete er als erster Bevoll-mächtigter Oesterreichs mit dem Fürsten Talleyrand den Frieden vonPressburg. Das Jahr 1809 gab ihm abermals Gelegenheit, seine mili-tairischen Talente zu entfalten. Es folgten die grossen Tage von As-pern und Wagram, und obgleich schon hundertmal dem Kugelregenblossgestellt, wurde (er doch erst hier zum erstenmale verwundet. Nach-dem Se. k. k. Hoheit der Erzherzog Karl den Oberbefehl niedergelegthatte, wurde derselbe dem Fürsten Liechtenstein übertragen, der je-doch, nachdem er noch in demselben Jahre (4. Octbr.) den Friedenzu Schönbrunn unterzeichnet hatte, sich in die Ruhe des Privatlebenszurückzog. Die höchsten Orden des österr. Kaiserstaates, und nament-lich der des goldenen Vliesses, so wie das Grosskreuz des Maria-The-resienordens zierten seine Brust, und die höchsten Militairwürden undEhren, die ihm in schneller Zeitfolge zu Theil wurden, beweisen, dassdas ruhmvolle Wirken des Verewigten Anerkennung fand, so wie die hoheTheilnahme von Seite des Kaiserhauses erst jetzt wieder auf Veranlas-sung dieses Todesfalles ausgesprochen wurde, wie das durch die Hof-zeitung veröffentlichte Handschreiben Sr. Maj. des Kaisers an die hin-terlassene Wittwe des Fürsten beurkundet. Dasselbe lautet, wie folgt:„Liebe Fürstin Liechtenstein! Die Nachricht von dem Ableben IhresGemahls, des Feldmarschalls Fürsten Liechtenstein, hat Mich rechtinnig betrübt. Er war eine Zierde der Monarchie und meiner Armee,in deren Gedächtniss das Andenken an seine Heldentugenden nie er-löschen wird; daher beklage Ich seinen Verlust eben so aufrichtig,als Ich seinen hohen Werth zu schätzen wusste. Mit diesem Gefühlefür den Verewigten verbinde Ich jenes der herzlichsten Theilnahme anIhrem gerechten Schmerze, und es ist Mir ein wahres Bedürfniss, Ih-nen, liebe Fürstin, diese Empfindungen auszudrücken, indem Ich Siezugleich Meiner vollen Werthschätzung und Meines besonderen Wohl-wollens versichere." Wipn, den 21. April 1836.

Ferdinand.