Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
Seite
222
Einzelbild herunterladen
 

222

Lestwitz.

mit einer weissen Rose. Die Helmdecken silbern und Man. M. s.Insignia Lestiana, Epigramma in Poemat. Tileni, p. 563. Sinapius,I. S. 583. II. S.777 u. s. f. Gauhe, I. Th. S. 887. Zedier, XVII. Rd.S. 488 91. Siebmacher giebt das Wappen, I. Th. S. 59. v. Medingbeschreibt es, III. Th. No. 481.

Lestwitz, die Freiherren und Herren von.

In dem Jahre 1803 ist die uralte, ursprünglich ans Polen von demberühmten Geschlechte Nowina abstammende, zum Theil freiherrlicheFamilie erloschen, nachdem sich der Letzte seines Stammes, wie wirweiter unten sehen werden, für ewige Zeiten ein ehrenvolles Denk-mal gesetzt hat. Es sollen die v. Lestwitz, die auch zum Theil denBeinamen Wandritsch geführt haben, mit dem schon längst erlosche-nen Geschlechte der Wandritsch, nach welchem die Dörfer Gross- undKlein-Wandritsch genannt worden sind, Einen Ursprung haben , wieauch das gleiche Wappen deutlich für diese Behauptung spricht. Ue-ber dieses Wappen berichtet eine alte vielverbreitete Sage, die auchOkolski, P. 11. ]>. 281, aufgenommen hat, es sei der Sohn eines Kes-selschinidts Namens Nowina ein vornehmer Oilizier des Königs Boles-lav Kriwusti gewesen, und im Jahre 1121 mit seinem Herzoge gefan-gen worden. Beide sollen an ein und dasselbe Fusseisen geschlossen,und so fest gehalten worden sein. So habe denn der treue Nowinaseinen Fuss sich abgeschnitten und an den Gurt seines Herrn gehenkt,und demselben dadurch Gelegenheit gegeben, aus der Gewalt des Fein-des zu entkommen. Daher der geharnischte vorn blutspritzende Fuss,der mit dem Knie den Helm berührt, dem Wappen der Familie ver-blieben ist. Zuerst kommt in Schlesien ein Fritzko de Wandritsch ineiner Urkunde vom Jahre 1288 vor, welche die Gründung des Hospi-tals St. Nikolas zu Liegnitz betrifft. Stephan von Wandritsch warum das Jahr 1264 einer der treuesten Minister des Herzogs Heinrichdes Fetten zu Breslau. Im Jahre 1378 kommt ein Hans v. Lest-witz zuerst als Herr auf Alt-Woldau vor. Johann v. L., Wan-dritsch genannt, auf Kaltenborschen, machte sich auf eine traurigeWeise dadurch bekannt, dass er am 8. Febr. 1552 auf dem Fiirsten-tage zu Breslau den Burggrafen Heinrich zu Dohna-Kraschen erstach. In besonderer Wohlhabenheit blühte die Familie am Anfange desvorigen Jahrhunderts, wo Adam Melchior v. L. den Besitz der GüterGross- Ober - Tschirnan , Katschau, Solkau, Ellguth, Neusorge, Gross-Wirsowitz und Kalteborschen vereinigte. Uebrigens hatte sich dieFamilie nach und nach in viele Häuser ausgebreitet, von denen wirhier namentlich die von Sulke und Langendorf, Schlanbe und Wan-dritsch nennen. Das Haus Schlanbe zerliel wieder in die Liiden zuTarpen und Oberschittla, ferner in die von Gr. Wirsowitz, Laschitz,Kl. Peterwitz, Tschirnitz, Gulgewitz, Schabitzen, Meselitz, Mechauu. s. w. Trotz dieser zahlreichen Zweige erlosch, wie wir schon er-wähnt haben , dieses vornehme und reiche Geschlecht am 27. August1803 mit Karl Rudolph v. L. Er bestimmte durch seinen letzten Wil-len seine Güter zur Gründung eines Fräuleinstifts. Unter einer Aeb-tissin und einer Priorin ist dieses Stift in das Schloss zu Gross-Tschirna verlegt. Ausserdem werden auswärts dreizehn arme evan-gelische Fräulein jede jährlich mit 150 Thalern unterstützt. Diesegrossartige wohlthätige Stiftung wurde am 29. Septbr. 1815 eröffnetund unter Verantwortlichkeit an die königl. Regierung zwei Curato-ren, die aus den benachbarten, angesehensten Landständen gewähltwaren, bestellt. Ausserdem hatte Karl Rudolph v. einen Fonds von