Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
Seite
189
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Kurnatowski Kurowski. 189

Kurnatowski, die Herren von.

Eine altadelige in Polen, in der preuss. Provinz Posen und inSachsen blühende Familie. In der Provinz Posen besitzen die y.Kurnatowski in der Gegend von Meseritz mehrere Güter. Einv. K., der früher Landrath des Kreises Birnbaum war, starb imSeptbr. 1836. Einer seiner Brüder, der ebenfalls in jener Gegendbegütert ist, war früher Landgerichts-Präsident zu Meseritz, und einzweiter polnischer General. Karl v. K. stand früher in der ost-preuss. Füsilierbrigade, zeichnete sich in den Feldzügen 181 j alsCominandeur eines Infanterie-Regiments aus, und starb im Jahre1810 als Generalmajor und Coinmandant von Königsberg. EinOberstlieutenant v. K., der früher in dem Husarenregiment v. Pritt-witz gestanden hatte, schied im Jahre 1S17 aus dem 12. Husaren-regiment und erhielt im Jahre 1827 den Charakter als Oberst.Ein Herr v. K., der in dem Regiment v. Köhler - Husaren stand,lebte später in Ruschkowo bei Kolo in Polen. Ein Hauptmanna. D. v. Kurnatowski erwarb sich in Frankreich das eiserne Kreuz.

Kurowski, die Herren von.

Ein altes, edles Geschlecht, das ans Polen nach Preussen gekom-men und seit langen Zeiten daselbst schon einheimisch ist. Die unsüber diese Familie zugekommenen Notizen beginnen mit einigen in-teressanten Bemerkungen über das Entstehen der polnischen Familien-namen und ihrer Bedeutung. Es heisst nämlich: Nicht sowohl derName, als vielmehr das Wappen ist das eigenthiimliche Unterscheidungs-zeichen der polnischen edlen Geschlechter. Im hohen Alterthume wur-den die Edelleute nach den Wappen genannt; späterhin nahmen siegrösstenteils die Denominationen ihrer Besitzungen an, und daherkommen die vielen Endungen auf slci, welche den deutschen Endun-gen auf er entsprechen. Die auf sl;i ausgehenden Namen sind ur-sprünglich Beiwörter, deren Hauptwort die Besitzung ist. Z. B. Ku-rowski heisst so viel, als Herr von Karow, oder der Kurower, wieim Deutschen der Habsburger, der Wittelsbacher u. s. w. Daherkommt es, dass polnische Edelleute ursprünglich vom nämlichen Ge-schlechte ganz verschiedene Namen führen, und nur das Wappen istdas einzige Zeichen, woran sich ihr gemeinschaftlicher Ursprung er-kennen lässt, so z. B. das Geschlecht vom Wappen JastrzQbiec hatjetzt über 200 Familien verschiedener Namen. Es giebt aber auchFamilien, welche den Namen ihres Wappens als Familiennamen be-hielten, z. B. Grzymata, Natgcz, Strzemiij u. s. w. Da aber in Po-len sehr viele Dürfer und Städte sind, welche die nämliche, oder eineähnliche Denomination haben, und die Eigenthiimer, aus ganz ver-schiedenen Geschlechtern stammend, von diesen Dörfern ihren Namenangenommen haben, so ist es etwas ganz Gewöhnliches, dass Edel-leute, die den nämlichen Namen führen, ganz verschiedenen Ursprungssind, wie z. B. die Görski, Rudnicki, Kurowski u. dgl. Jedes Wap-pen hat in Polen seinen eignen Namen, und auch jetzt, wenn einneues Wappen für einen Geadelten gestiftet wird, bekommt es einenNamen. Erst im 16. Jahrhunderte fingen die polnischen Edelleute an,ihrem gehabten Namen standhaft zu bleiben, und ihn nicht mehr nachihren Besitzungen zu verändern.

Nach diesen erläuternden Voraussendungen ist es zu ersehen, dassdie polnischen v. Kurowski aus ganz verschiedenen Geschlechternherstammen. In Polen giebt es sehr viele Besitzungen, welche von