Druckschrift 
3 (1842) I - O
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Kunlicim.

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Mitte «les 15. Jahrhunderts nach Preussen. Der Hochmeister Ludwigy. Erlichshausen belohnte ihn, wegen seiner Mitwirkung an der Ver-theidigung von Marienburg, durch die Belehnung mit dem DorfeMühlhausen. Sein Sohn, Georg v. K., Geheimer Rath des Her-zogs Albrecht von Preussen und Amtshauptmann zu Tapiau, wurdevon diesem Fürsten mit vielen Gütern beschenkt. Nach seinein Todevertrat auch der Herzog Vaterstelle bei dem Sohne Georg s v. K.,den er beim Begräbnisse des Vaters in seine Arme schloss und ihm dietröstenden Worte zurief:Weine nicht, mein Georg, ichwill dein Vater sei n." Derselbe Georg v. K. vermählte sich am5. August 1555 nach Beilegung einiger Schwierigkeiten, aber mit derZustimmung seines hohen Pllegevaters und Vormundes, mit Marga-rethe Luther, des grossen Reformators jüngsten Tochter. Kr zeugtemit derselben neun Kinder und verlor seine geliebte Gemahlin nachfünfzehnjähriger Khe im Jahre 1570. Die Kirche zu Miihlhausen be-sitzt noch eine Bibliothek, welche ihre Gründung in der Schenkungfand, die ihr Georg v. K. mit den Schriften seines Schwiegervatersmachte. Einer seiner Söhne, Erhard v. K., starb im Jahre 1(345,und es kamen nach seinem Tode die ansehnlichen Güter durch Kaufan die Familie v. Kalkstein, die seit zweihundert Jahren im Besitzederselben ist. In einer versiegelten Flasche sind die wichtigstenNachrichten von Margarethe Luther, vermählten v. Kunheim, unterbeigedrucktem Kirchensiegel, in der Gruft zu Miihlhausen niederge-legt. Johann Dietrich v. K., geb. am 29. Juni 1684, wurde am12. Mai 1730 Wirklicher Geheimer Staats- und Kriegsrath, auch Ober-burggraf, Präsident des litthauischen Hofgerichts, sowie Hauptmann zuInsterburg, und starb am 22. Mai 1752.

N. N. v. K., geboren am 30. Januar 1730, trug schon seit sei-nem zwölften Jahre die Waden und war ein thätiger Augenzeuge dermeisten Schlachten des siebenjährigen Krieges, in denen er die Auf-merksamkeit Friedrichs des Grossen auf sich zog. Nachdem er unterdrei Königen die militairischen Grade durchlaufen hatte, erhielt erim Jahre 1789 den Orden ponr le merite, 1793 aber das in Berlingarnisonirende Infanterie-Regiment No. 1. Im Jahre 1798 wnrde erzum Generallieutenant ernannt, nachdem ihn des jetzt regierendenKönigs Majestät bei der Huldigung zu Königsberg am 5. Januar 1797in den Grafenstand erhoben hatte. Mit ihm zugleich wurde seinenBrüdern, Erhard Alexander v. K., Majoratsherrn auf Stollen, undErnst IVilhclm Alexander Friedrich v. K., Majoratsherrn auf Spanden,diese Standeserhebung zu Theil. Im Jahre 1802, bei Gelegenheitseiner 50jährigen Dienstjubelfeier, schmückte ihn Se. Majestät mitdem grossen rothen Adlerorden. Die Ereignisse des Jahres 1806trafen ihn schon als 7bjährigen Greis, wo er anfänglich das märkischeoder erste Reservecorps zwischen Dessau und Wittenberg comman-dirte, sich aber bald darauf, geschmückt mit dem schwarzen Adler-orden, in den Stand der Ruhe zurückzog. Er starb am 19. Januar1818, nach einem ruhmvollen 88jiihrigen Leben. Die Güter in Preus-sen sind noch in der Gegenwart in den Händen der Familie, na-mentlich besitzt der königl. Kammerherr v. K. die Stollener Güter,welche eines der beiden Familienmajorate bilden. Ein Major v,K. a. D. erwarb sich bei Magdeburg und Luckau das eiserne Kreuz2. Classe.

Das v. Knnheim'sche Wappen zeigt im silbernen Schilde einennach der rechten Seite aufspringenden schwarzen Löwen mit aus-schlagender Zunge; dasselbe Bild wiederholt sich auf dem gekröntenHelme.