Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
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Keiulcll.

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Allel der Keutlell und ihre Ritterbiirtigkeit ist sattsam bekannt, unddarf demnach kaum noch erwähnt werden. Der älteste bekannte Stamm-vater ist Rudolph von Keudell im 14. Jahrhunderte gewesen, der miteiner von Ilanstein zwei Söhne gehabt, von denen der ältere, Hein-rich, Stammvater der Linie v. Falken, und der jüngere, Reinhard, derder Linie von Schwebda und Keudellstein geworden ist. — Hans vonKendell von Schwebda hat als ein naher Anverwandter der Kva vonTrotten 1541 die Klage an Kaiser Karl V. gegen Herzog Heinrichvon Braunschweig mit unterschrieben, und Reinhard von Keudell istnin dieselbe Zeit Voigt zu Wolfrenbüttel bei Herzog Heinrich vonBraunschweig gewesen, und hat für ihn gegen Hans Kochern für 200Gulden gebürgt. Mit Keudellstein wurde 1433 Hans von Kendcll aufFürbitte des Landgrafen Philipp von Hessen vom Kurfürsten Konradvon Mainz belehnt, und Schwebda nebst einem Hofe in Treffurt er-hielt 1490 Asmus von Keudell vom Landgrafen Wilhelm von Hessen zuLehn. Von der Keudellsteinschen Linie war IT 'aUral von Keudell1736 ältester Vorsteher der adeligen Stifter in Hessen, und Heinrich1 i'allrah von Keudell hat als landgräflich hessen - casselscher General-major den nordamerikanischen Freiheitskrieg in den 17S0er Jahren mit-gemacht; mit Letzterem starb 1792 die Linie von Keudellstein aus,und trotz aller Gegenvorstellungen der Familie wurde eines angebli-chen alten Lehnsfehlers wegen, nicht die Linie von Schwebda, son-dern der chur-mainzische General-Feldmarschall Lieutenant vonI'frimbdt vom Kurfürsten von Mainz, dem damals das Eichsfeld, indem Keudellstein liegt, gehörte, damit belehnt; als später das Eichs-feld preussisch, und durch den Tod des Pfrimbdt das Lehn wie-der erledigt wurde, gelangte die Familie dennoch nicht wieder in denBesitz dieses Stammgutes, das der preussische Generalmajor vonL'listocq erhielt, dessen Familie sich noch im Besitz befindet, obgleichwährend der Zeit der westphälischen Regierung ein Baron la Flecheden Keudellstein geschenkt erhielt, der, ob er gleich nach dem Sturzedieser Regierung diese Schenkung wieder verlor, dennoch den Bei-namen von Keudellstein beibehalten hat.

Aus der Linie von Schwebda und Falken war Friedrich Wilhelmv. Keudell bis 1807 hessischer Landrath, und dessen Sohn, FriedrichKaspar v. Keudell bis 1815 hessischer Oberforstmeister; das LehngutSchwebda bei Eschwege belindet sich noch im Besitze des Sohnes vonLetzterem , Rudolph von Keudell.

Johann Kaspar von Keudell von Schwebda (geboren 1678) istherzoglich braunschweigischer Forst-Inspector gewesen, und hat seineTochter an den preussischcn Amtsrath August Lüdtkens in Rodersie-ben im Halberstädtischen verheirathet; als dieser Lüdtkens im Jahre1728 von König Friedrich Wilhelm 1. nach Litthauen geschickt wurde,um die Generalpacht des Domainengutes Grumkowkniten zu überneh-men, folgten ihm sein Schwiegervater mit seinen Sölinen dahin, undso wurde die Familie von Keudell im Jahre 1728 in Preussen ansässig.Ein Sohn des Johann Kaspar von Keudell, Heinrich Ernst von Keu-dell, blieb 1758 bei Zorndorf als königl. preuss. Major im v. Ruis-schen Husaren - Reginiente ; der zweite Sohn aber, Heinrich Christianv. Keudell, vermählte sich mit einer Schwester des nachmaligen preus-sischcn Ober - Präsidenten von Domhardt, der eine Schwester diesesKeudell zur Frau hatte, und erhielt durch seinen Schwager die Ge-neralpaclit des Domainenguts Georgenburg bei Insterburg; da aber da-mals adelige Personen nicht Domainenpächter sein durften, so bedientesich Heinrich Christian v. Keudell nicht weiter seines Adels. Seinebeiden Söhne, Johann Heinrich Leopold und Theodor Heinrich Friedrich,die Generalpächter der Domainengüter Grumkowkniten und Georgen-