Keller — Kcltscli.
93
nannten Regimente aggregirt, un<l als Gouverneur bei dem PrinzenGeorg von Preussen, zweitem Sohne des Prinzen Friedrich, Neifen Sr.Majestät, angestellt. — Ein Baron von Keller, aus Essen gebürtig,stand als Oberstlieutenant in dein Kürassier-Regimente von Holzen-dorf, und ist vor einigen Jahren im hohen Alter zu Falkenberg inSchlesien gestorben. — In der Armee standen 1806 zwei Lieutenantsvon Keller, einer stand in dem Regimente Prinz v. Oranien, und ge-hörte zu den unglücklichen Ollizieren, die im Jahre 1809 wegen An-theil an der Schillschen Unternehmung von den Franzosen zu Weselerschossen wurden, der andere diente im Regimente Alt-Larisch,wurde zuletzt Major und Commandeur des schles. Schiitzenbataillon,schied 1820 aus dem activen Dienste, und lebte später als pensionirterOberstlieutenant und Besitzer einer russischen Dampfbadeanstalt inBreslau. Kr hat sich im Jahre 1813 bei Neuss das eiserne Kreuz 1.Classe, und 1815 bei der Verfolgung des Feindes, nach der Schlachtvon Belle Alliance, wo er auch den Wagen Napoleons und viele Kost-barkeiten erbeutete, den Orden pour le merite mit Eichenlaub erwor-ben. Die preussischen Freiherren von Keller führen ein quadrirtesSchild; in den silbernen Feldern 1 und 4 stehen zwei rotlie Bautenoder Recken, in den rothen Feldern 2 und 3 liegen zwei goldeneSchlüssel, schräg gelegt, von der untern Beeilten zur obern Linken,den Bart nach oben gedreht. Das Schild ist mit zwei gekrönten Hel-men bedeckt; aus dem rechten wächst ein schwarzer gekrönter Adler-hals und Kopf, aus dem linken aber ein gerüsteter Arm, der den gol-denen Schlüssel emporhält. Decken und Laubwerk rechts rotli undsilbern , links blau und golden. — Die Grafen v. Keller führen eingetheiltes, oben blaues, unten rothes Schild; in der obern blauenHälfte stehen drei schwarze Adlerköpfe mit goldenem Schnabel undroth ausgeschlagener Zunge und drei goldene Sterne, und zwar so,dass der obere Stern zwischen den beiden obern Adlerköpfen, und deruntere Adlerkopf zwischen den Sternen steht. In der untern rothenHälfte des Schiides liegt ein ausgestreckter Löwe auf grünem Hügel.Dieses Schild ist mit einer neunperligen Krone, die drei gekrönteHelme trägt, bedeckt, und wird auf der rechten Seite von einem Ad-ler , auf der linken von einem aufspringenden Löwen gehalten.
Keller v. Biinau, die Herren.
Eino adelige Familie dieses Namens war in und bei Merseburgansässig, ist aber schon im 17. Jahrhunderte erloschen. In Beziehungauf ihr Wappen gehörte sie zu dem vorerwähnten v. Kellerschen Ge-schlechte, das später in den Freiherrnstand erhoben wurde, denn sieführte zwei silberne, mit dem Barte aufwärts stehende Schlüssel imWappenschilde.
Kcltscli, die Herren von.
Sämmtliche Geschichtsschreiber und die Chroniken Schlesiens zäh-len die v. Keltsch zu den alten und vornehmen Geschlechtern dieserProvinz. Das ansehnliche Rittergut Riemberg bei Auras wird als derStaminort, und der dabei liegende Wartheberg als der Ort bezeich-net, wo das Stammhaus der v. K. stand. — Der erste Bitter, deraus diesem Hause genannt wird, Hans Keltz, kommt um das Jahr1505 als ein vornehmer Cavalier am Hole des Herzogs Karl I. zu Miin-sterberg und Oels, der von diesem Fürsten zu verschiedenen Gesandt-