Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
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Kcitli Keller.

Kcitli, die Herren von.

Eine adelige Familie dieses Namens ist in Berlin, in Schlesien undin Pommern noch in neuerer Zeit einheimisch oder ansässig gewesen.In Berlin lebte der königl. Kammerherr v. Keith, der im J. 1772 dieseWürde erhielt. In Pommern besass ein Lieutenant, Franz Hein-rich v. K., einen Antheil an dein Gute Gr. Born im Kreise Neustet-tin. In Schlesien lebte zu Landshut nocli um das Jahr 1806 An-ton Ludwig v. Keith, der bei dem dasigen Stadtmagistrate den Posteneines Feuer-Bürgermeisters verwaltete. Söhne von demselben habenin Subaltern-Chargen später noch in der Armee gedient.

Da die Familie der Marschälle v. Keith ans Schottland wegen ih-rer Anhänglichkeit an den Prätendenten, durch einen Ausspruch desParlaments 1715, die Würde des Erbmarschallamtes verloren, so ver-liessen sie den Namen Marschall, und suchten ihr Fortkommen imAuslande unter dem blossen Namen Keith. Diess sowohl, als auch,dass die Obigen in den preuss. Staaten das Wappen des berühmtenKeith, welcher bei Hochkirch blieb, führen, lässt einen Zusammen-hang der Linien ausser Zweifel.

Das Wappen der Keith ist ein silbernes Schild ohne Bild, und imrothen Schildeshaupt drei goldene Pfähle. Auf dein Helme eine Wulst, aufwelcher der Kopf mit dem Halse eines Hirsches. Motto: Veritas vincit.Durch Unkenntniss des Graveur oder der Familie selbst führen sienach einem Wappenabdrucke im goldenen Schildeshaupte drei rothePfähle, welches aber unrichtig ist.

Keller, die Grafen, Freiherren und Herren von.

Aus den verschiedenen adeligen Familien dieses Namens, die ur-sprünglich der Schweiz angehörten und sich nach und nach in vielendeutschen Staaten, auch in mehreren Provinzen der preuss. Monar-chie, in Pommern, Schlesien, Preussen, im Eichsfelde u.s.w., ver-breitet haben, sind einzelne Zweige in den Freiherren-, und einer inden Grafenstand erhoben worden. Der König Friedrich II. erhob ain26. Juli 1765 den damaligen Obersten und nachmaligen General .loh.Gconj Wilhelm v. Keller in den Freiherrenstand. Er starb 1785 am20. Novbr. als Generallieutenant und Gouverneur von Stettin. DerGrossvater desselben, Georg v. K. aus Pommern, stand in holländi-dischen Diensten und war als Untergouverneur nach Batavia bestimmt,starb aber auf der Reise dahin. Sein Sohn, Georg Reinhard v. K.,war zuerst Director der Berg- und Hüttenwerke zu Ilmenau in derGrafschaft Henneberg; hier wurde auch unser General am 11. Mai 1770geboren; der Vater aber starb als k. k. Berghauptmann zu Orsowa inUngarn. Der General Frh. v. K. hatte sich vorzüglich in dem Ge-fechte am weissen Hirsch im Jahre 1758, und durch die standhafteBehauptung der Stadt Leipzig im Jahre 1760 ausgezeichnet. Der Kö-nig Friedrich Wilhelm II. erhob den Gesandten und bevollmächtigtenMinister am kaiserl. Hofe in Wien, I Dorotheas Ludwig Christian vonKeller in den Grafenstand. Er war ein Sohn des herzogl. gothaschenGeheimen Raths v. Keller, und starb a. I). am 22. November 1827.Seine Wittwe, Amalie Louise, Prinzessin von Sayn-Wittgenstein,Schwester des kais. russ. Feldmarschalls Fürsten v. Wittgenstein, lebtzu Potsdam. Aus dieser Ehe ist der älteste Sohn, der 1806 im Re-giment Gr. v. Wartensleben stand, jetzt kais. russischer Oberst a. D.;ferner waren Zwillingsbrüder Olliziere im 1. Garderegiment; von ih-nen ist einer gestorben, der andere, Gr. Alexander v. K., ist dem ge-