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3 (1842) I - O
Entstehung
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Kalte.

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schlechtes besassen seit länger als 400 Jahren, und besitzen zmn Theilnoch viele Güter; im Magdeburgischen sind namentlich Wust (Wüst),Möttlitz, Gettin, Lütchen-Mangelsdorf, Kainern, Scharlebbe, Vieritz,Zolchow, Altenklitsche, Neuenklitsche, ßellin, Buschow u. s. w., imHavellande Roskow alte Besitzungen Der v. Kalte, die übrigens, wieviele andere vornehme Geschlechter, nur selten ihrem alten berühmtenNamen das von vorsetzen. Aus dem Hause Vieritz-Zolchow warliallhasar Katte, vermalt mit Ursula von Treskow. Sein SohnMelchior K. war des Erzstiftes Magdeburg Landrath im Kreise Jericliow,Herr der vom Vater ererbten Güter Vieritz, Zolchow, Alt- und Neuen-Klitsche. Seine Gemahlin war Ursula v. Timmen, aus dem HauseBlankensee. Ihm folgte sein Sohn Cuno Heinrich K. im Besitze dererwähnten Güter. Kr zeugte mit Maria v. Borgen, aus dem HauseGroeben, den Melchior K., der als Domherr und Senior des hohenStifts zu Havelberg und Erbherr auf Altenklitsche, Beilin, Buschow undBagow, starb, und der Grossvater und Urgiossvater der heutigenZweige aus diesem Hause ist. Seine Gemahlin war Elisabeth v. Capel-len aus dem Hause Mankmus. Aus dem Hause Wust (Wüst) warHans K., fiirstl. sachsen-coburgscher llofmarschalt, Erbherr auf Wust,Scharlebbe und Kamern, mit Auguste v. Tschaminern vermählt. Vonden Söhnen aus dieser Ehe wurde am l(j. Oct. 1081 zu Wiist geboren:Hans Heinrich Graf v. Katte, der in früher Jugend in die kur-brandenburgische, nachmalig künigl. preus. Reiterei eingetreten und inderselben am 5. Juli 1731 bis zum Generallieutenant, am 17. Juli1730 zum General der Cavallerie, im Juni 1710 zum General-Feldmarschall stieg, und am 6. August 1740 in den Grafenstanderhoben ward. Schon mit 24 Jahren war er Oberster und Chefeines Kürassierregiments, das vorher v. Kanstein, zuletzt aber v. Ilol-zendorf hiess, und zu Oppeln in Oberschlesien garnisonirte. DieSchlachten von Ramillies und Malplaipiet, die Belagerung von Stralsundund viele andere wichtige Ereignisse liegen auf der Bahn dieses Feld-herrn, der geschmückt mit der Würde eines General-Adjutanten KönigsFriedrich I. und eines Ritters des schwarzen Adlerordens, einesGouverneurs von Colberg und der höchsten militairischen Würde, dabeibeehrt mit dem besondern Vertrauen und der Gnade dreier Königeviel des Guten und Schönen, aber auch als Vater den grössten Schinerzerlebte, den das Gemiith eines Ehrenmannes zu ertragen vermag,denn er war der Vater des unglücklichen Jugendfreundes Friedrichsdes Grossen, des Lieutenants v. Katte, der, im 22. Jahre seines Alters,am 5. Novbr. 1730 zu Ciistrin enthauptet wurde, desselben standhaftenKatte, dem der Kronprinz, indem er seine Arme weinend nach ihmausstreckte, als man ihn unter seinem Fenster vorbei nach dem Blut-gerüste führte, zurief:Vergeben Sie mir, lieber Katte!"Ver-geben? mein Prinz! und warum?" antwortete Katte und warf einenverächtlichen Blick auf den Mordstahl.Der Tod ist leicht für einenso liebenswürdigen Prinzen ! Wenn ich zehn Leben zu verlieren hätte,so wollte ich sie willig für Sie hingeben! Leben Sie wohl, mein Prinz,leben Sie wold!" Angekommen am Sandhügel und eingeschlossenvon dem Kreise der Gensdarmen, hörte der junge Mann hier nocheinmal das Todesurlheil mit Standhal'tigkeit an, entkleidete sich ge-lassen, kniete nieder, warf noch mit einer Hand einen Kuss nachdem Fenster des Prinzen hin, zog mit der andern die Mütze überdie Augen und empfing in demselben Augenblicke den Todes-streich. Betäubt sank Friedrich in die Arme des Commandantenvon Ciistrin, und brachte einen Theil des Vormittags in heftigenOhnmächten zu. (M. s. brandenburg-preuss. Regenten- und Volks-geschichte, von Karl Friedrich Tzschucke. Berlin 1821. 2. Tli. S. 9.