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3 (1842) I - O
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Kappcl Kappcnbcrg.

Kappel, die Herren von.

Mehrere zum Tlieil altadelige Familien in Brandenburg, Mecklen-burg, in Schlesien, in Hessen, Thüringen und Franken führen oderführten den Namen v. Kappel, zuweilen auch Kappelle. In der MarkBrandenburg gehörten die v. Kappel oder Kapellen zu den uralten Ge-schlechtern, die bald nach der Vertreibung der Wenden in das Landkamen; ein Umstand, den namentlich der Präsident v. Hägen in sei-ner Beschreibung des Geschlechtes von Brunn angiebt. In der MarkBrandenburg waren sie namentlich in der Priegnitz begütert; auchgehörten sie zu dem Adel im Lande Crossen. sie schrieben sich abernach einem im Mecklenburgischen belegenen Rittersitze aus dem HauseMankmus und Lasslich. Besonders war Dietrich v. K. auf Mankmusund Lasslich Erbhe.rr. Seinen Sohn, Caspar v. IC., linden wir zu-erst unter dem Namen v. Kapelle in einem vor uns liegenden Stamm-baum verzeichnet; er war der Vater des Fritz Dietrich v. Kappelle, dermit Elisabeth Magdalene v. Halberstadt, ans dem Hause Briitz, ver-mählt war, und als Domdechai.t zu Havelberg, kurfürstl. brandenburg.Director des priegnitzschen Kreises, auch fürstlich mecklenburg-gii-strowscher Geheimer Rath, Erbherr auf Mankmus und Lasslich starb. Die Güter der gleichnamigen schlesischen Familie lagen im Woh-lauischen. Sinapius nennt sie v. Kappelle und führt das Gut Tuchenim Herrnstädtsclien Kreise des Fiirstenthuins Wohlan als ihr Besitz-thum an. Wir linden in der Gegenwart diese Familie auch in denMarken nicht mehr aufgeführt, während sie in Schlesien schon längstausgegangen ist. Das Wappen der brandenbnrgischen und schlesi-schen v. Kappel zeigt im silbernen Schilde und auf dem ungekröntenIlelme ein blau gekleidetes Mannsbild, mit einem silbernen, grün aus-gescldagenen Hute oder Bunde auf dem Kopfe, und mit langen, überdie Schulter herabhängenden Haaren. Sinapius, 11. S. 741, sagt: esist ein blau gekleidetes Frauenbild mit grünem Kranze auf dem Kopfeund mit langen Ilaaren, aber in einem vor uns liegenden Stammbaumeder Familie v. Bredow ist das Wappenbild, wie wir angegeben haben,vorgestellt. Die Helmdecken silbern und blau. M. s. Angeli, märki-sche Chronik, S. 39. Gaulie, I. S. 722.

Kappcnbcrg, die Grafen von.

Dieses alte grälliche Geschlecht in Westphalen besass die Herr-lichkeit Kappenberg im Amte Werne des Bisthums Münster. Die bei-den letzten Grafen aus diesem, schon am Anfange des 12. Jahrhun-derts erloschenen Hause, Gottfried und Otto, stifteten von ihrem Be-sitz die adelige, dein Prämonstratenser-Orden zugehörige Abtei oderPropstei Kappenberg. Diese gelangte nach ihrer Secularisation mitdem Bisthuin Münster an die Krone Preussen, und später wurde siedas Besitzthum des berühmten Staatsministers Freiherrn von Stein,Und nach dessen Tode iiel sie an seine einzige Tochter, Alexandrinc,vermählte Gräfin von Ingelheim. Es war übrigens die gedachte Prop-stei keinem Bischöfe unterworfen, sie stand frei und unmittelbar imReichsverbande, ja es standen noch verschiedene Klöster des Erzstif-tes Cöln unter ihr. M. s. die geogr. stat. Beschreibung der im Jahre1802 dem preuss. Staate zugefallenen Entschädigungsprovinzen, Berlin1802. S. 123.