Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
Seite
72
Einzelbild herunterladen
 

72

Kannengiesscr Kannewurf.

lientenant im v. Platenschen Dragonerregiment, 1728 Johanniterritterund Oberster. König Friedrich II. ernannte ihn 1740 zum Ober-sten bei der neu errichteten Garde du Corps; als solcher wurde er inder Schlacht bei Mollwitz verwundet, erhielt im Jahre 1741 ein eige-nes Dragonerregiinent, 1742 aber seiner Wunden wegen die gesuchteDienstentlassung, im Jahre 1753 die ehrenvolle Stelle eines Oberhof-meislers bei der damals regierenden Königin Elisabeth Christine, undzugleich den schwarzen Adlerorden. Er starb am 22. Mai 176?. Vonseiner Gemahlin, Charlotte Albertine, gebornen Grälin v. Finkenstein,hatte or eine einzige Tochter, die mit dem General v. Kahlden ver-mählt war.

Auf die von Kahlden ist auch das Erbmarschallamt des Fürsten-thums Minden, wie wir schon oben erwähnt haben, gelangt, und eswar Friedrich Wilhelm v. IC., wahrscheinlich bei uns der Letzte sei-nes Geschlechtes. Wir linden seit jener Zeit auch nicht mehr diesenNamen in den Listen der Administration und des Heeres.

Das Wappen dieser Familie bestand aus einem blauen Schilde, inwelchem drei silberne Kannen auf grünen Hügeln standen. Die letz-tern sind in Siebmacher, I. S. 175, eben so V. S. 145, wo dasSchild silbern und die Kannen schwarz sind, vergessen. Spener be-schreibt das Wappen richtig, indem er sagt: in aera coelestina tresargentei canthari monticulis viridibus insistentes. Auf dem zuerst er-wähnten Wappen steht eine silberne Kanne zwischen zwei Büifelhör-nern, von denen das vordere blau und das hintere silbern ist; beidem zweiten fehlen die Biilfelhörner gänzlich. Nachrichten iindet manüber diese Familie in Gauhe, I. S. 721; auch erwähnt sie Sinapius,IL S. 546,

Kanncngicsscr, die Herren von.

Hermann Franz Kannengiesser, Rath bei der Oberamts-Regie-rung in Schlesien, wurde im Jahre 1737 in den böhmischen Ritter-stand erhoben, und sein Solin, der kaiserl. Hofrath und Geheime Re-ferendar, Hermann Lorenz v, K., erhielt im Jahre 1765 die freiherr-licho Würde,

Kannewurf (ff), die Herren von.

In Thüringen liegt das alte Schloss Kannewurf, es hat einemaltritterlichen Geschlechte den Namen gegeben, das sich auch im Meis-senschen niedergelassen hat, wo es lange Jahre hindurch das auf derKunststrasse von Dresden nach Freyberg liegende Gut Pretschendorfbesass. Schon im Jahre 1310 gab der Landgraf Friedrich von Thü-ringen dem Ritter Heinrich v. K. die Gerichte zu Trebra zu Lehn.Aus diesem Geschlechte war Heinrich Gottlieb v. Kannewurf entsprossen,der unter dem grossen Friedrich ehrenvoll dem siebenjährigen Kampfebeiwohnte und schwere Wunden erhielt. Beim Tode seines weltberühm-ten Lehrmeisters in der Kriegskunst, war er Oberst des damaligenRegiments von Schönfeld, und seit 1783 Ritter des Verdienstordens.König Friedrich Wilhelm II. ernannte ihn im Monat Juni 1787 zumGeneralmajor von der Infanterie, Vicepräsidenten des neuerrichtetenOberkriegs - Colleginm u. s. w., am 8. Januar 1704 aber zum Gene-rallieutenant. Im Jahre 1705 wurde er mit dem grossen rothen Adler-orden geschmückt. Er starb als Director des 1. Departements vomOberkriegs - Collegium und Kriegsminister, als welcher er auch im