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3 (1842) I - O
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Kalkstein.

Schriftsteller, der am Ende des 17. und am Anfange des IS. Jahrhun-derts lebte, sagt: es ist hei uns von ihnen nicht viel mehr, als derName übrig. Der erste nach Preussen gekommene v. Kalksteinwar Christian v. Iv.; sein Erscheinen daselbst fällt in die ersten De-cennien des 15. Jahrhunderts. Er wurde vom Orden mit dem DorfeWogau belehnt, und soll eine v. Trautmannsdorf zur Gemahlin ge-habt haben. Sein Enkel Hans v. K. war Landrath und Hauptmannzu Brandenburg; er war mit einer v. Troschke vermählt. DieserIlans war der Grossvater von Albrecht v. K. (geb. 1597 ), der im Jahre1645 Herr der früher v. Kunheim'schen Güter Knautcn, Mühlhausenu. s. w. wurde, und die Würde eines königl. polnischen und kursäch-sischen Generallieutenants, auch Oberkämmerers bekleidete. Einälterer Bruder desselben war Erbherr auf Graventhin und Hofrichterin Preussen. Albrecht v. Iv. liegt in der Kirche zu Mühlhansen undhinterliess seinem Sohne Christian Ludwig v. K., auch der Unglück-liche genannt, seine Güter. Dieser wurde kurbrandenburg'scher Oberstund Amtshanptmann zu Oletzko, aber unvorsichtige, nach Andernhoshafte und verrätherische Handlungen nöthigten ihn, nach Warschauzu flüchten. Hier fiel er durch List in die Hände des brandenburgi-schen Gesandten Eusebius v. Brand; er wurde gefangen und in eineTapete gewickelt nach Memel gesendet, und dort im Jahre 1077 hin-gerichtet. Seine Güter wurden eingezogen, jedoch später gegen einEinlösungskapital an die v. IC. zurückgegeben.

Neuen Glanz über das alte Geschlecht der v. K. haben vorzüg-lich die beiden folgenden Mitglieder, die Beide zur höchsten militairi-schen Würde gelangt sind, gebracht.

Christoph Wilhelm v. K., königl. preuss. General-Feldmarschall,Ritter des schwarzen Adler- und des St. Johanniterordens, Gouver-neur der Festung Glogau, Chef eines Regiments zu Fuss und Erbherrauf Knauten und Wogau, geboren im Jahre 1687. Sein Vater Chri-stoph Albrecht v. IC. war königl. polnischer Oberst, Erbherr auf Knau-ten und Wogau, und mit Marie Agnes v. Lehwald, ans dem HauseOttlau, vermählt. Der junge v. Kalkstein trat Anfangs in hessischeDienste, wohnte als Adjutant des Erbprinzen von Hessen-Kassel demspanischen Erbfolgekriege bei, und zeigte in der Schlacht von Mal-plaquet Proben seiner Tapferkeit. Im Jahre 1715 war er bei der Be-lagerung von Stralsund gegenwärtig und wurde bei dieser Gelegenheitdein Könige Friedrich Wilhelm I. bekannt, der ihn in seine Dienstezog und ihm als Major in dem damaligen v. Arniinschen Regimenteeine Anstellung gab. Im Jahre 1718 ward er Oberst, 1719 aber Un-terhofmeister bei dem Kronprinzen, nachmaligem König Friedrich IL,welche Stelle er bis zum Jahre 1879 bekleidete. 1779 erhielt er dasv. Rutowskysohe Regiment und 1731 wurde er an den König vonSchweden gesandt, um denselben zu bewegen, da die Hälfte der hes-sischen Truppen, die in englischem Solde standen, abgedankt wurden,eine Anzahl für die preuss. Armee anwerben zu lassen. Er wurdegnädig aufgenommen und erreichte seinen Zweck. Im Jahre 1733ward er Generalmajor und 1741 Generallieutenant. In der Schlachtvon Mollwitz befeh'igte er den linken Flügel und ward verwundet,darauf dirigirte er die Belagerung von Brieg und eroberte bei derEinnahme dieser Festung 61 Kanonen und 8 Mörser. Er wurdedarauf zum Gouverneur von Glogau ernannt, und erhielt in demselbenJahre den schwarzen Adlerorden. 1747 war er bei der Schlacht vonCzaslan, und im Jahre 1743 wurde ihm die Drostei Dinslaken im Her-zogthnm Cleve erlheilt. Im Jahre 1745 beförderte ihn Friedrich II.zum General der Infanterie, und 1747 den 74. Mai zum Generalfeld-inarschall. Er starb am 7. Juni 1759 im 77. Jahre seines Alters und