Kalkreuth.
57
den Ilerrnhutern einräumte, die eben im Begriff waren, sich ihre Co-lonie Neusalz zu erbauen. König Friedrich Wilhelm II. erhob am 15.Oclbr. des Jahres 1780 bei der Huldigung den Hans Ernst v. K. aufSiegersdorf, und seinen Bruder, Friedrich Adolph v. K., in den Gra-fenstand. Hans Ernst hinterliess zwei Söhne, Adolph und Ludwig,Grafen v. K. (der Letztere ist der weiter unten genannte Generalma-jor). Adolph, Graf v. K., ist im Jahre 1830 verstorben. Aus seinerKhe mit einer Grälin von Haugwitz, Tochter des Staatsministers Gra-fen v. H., hat er drei Söhne, Alfred, Arthur und Edwin, Grafenv. K., erzeugt.
Hans Ernst, der ältere Bruder des Feldmarschalls, geboren imJahre 1728, trat 1745, drei Tage vor der Schlacht bei Hohenfried-berg, in die Gardes du Corps ein, und wohnte auch der Schlacht beiSorr bei, wo er sehr gefährlich im Schenkel verwundet ward. 1756war er in der Schlacht bei Lowositz und trat in demselben Jahre nochins Privatleben zurück. Im Jahre 1/00 vermählte er sich mit derTochter des Ministers von Schlesien, von Schlabrendorf, und starb1792, von seinem Könige geachtet und von ganz Schlesien verehrt.Kr besass die Güter Ober- und Nieder-Siegersdorf, Hennigsdorf, Strei-delsdorf, Liebschütz, Zyris und Zissendorf im Kreise Freystadt, sowie auch Zapplau , Linz, Sackerau , Oderbeltsch, Schobenau und Gu-Iau, im Kreise Gurau. Vom Jahre 1784 bis zu seinem Tode ver-waltete er auch das Herzogthum Sagan, anfänglich für den minoren-nen Fürsten Lobkowitz, und, von 1780 an, für den Herzog vonKurland.
Der gräflichen Linie gehören die Güter Ober- und Nieder-Sie-gersdorf bei Freystadt. — Ein Sohn des unten näher erwähnten Feld-marschalls besass die Herrschaft Kozmin im Regierungsbezirke Posen.Er war früher mit einer Grälin v. Sandretzky und Sandraschitz, undnach deren Tode ist er mit einer v. Stechow, aus dem Hause Schön-walde, vermählt, und hat zwei Söhne, Stanislaus und Maximilian. —Ein zweiter Sohn des Feldmarschalls, Friedrich, ist Kittmeister a. D.und unvermählt. Er ist als ein Kenner, Freund und Beförderer derWissenschaften rühmlichst bekannt. Im Jahre 1800 war ein v. K. aufArnsdorf Landrath des Kreises Sternberg. Noch in der Gegenwart sindArnsdorf in der Neumark, Alt-Görtzig u.s.w. ein Besitz der neu-märkischen Linie dieser Familie. In dem preuss. Heere haben sicheine lange Reihe Söhne aus diesem Hause bis zu den höhern und höch-sten militairischen Würden und Stellen emporgeschwungen, namentlich:
Ernst George v. K., der sehr zeitig in preuss. Dienste, und zwarin das Kürassierregiment Markgraf Friedrich trat und bis zum Ritt-meister in demselben avancirte. Im Jahre 1744 stand er als Major beiden beiden in Emden und Greetshyl stehenden Garnison-Compagnien.Da aus denselben ein vollständiges Bataillon errichtet ward, so wurdeer zum Obersten und Chef desselben ernannt; er starb im Jahre 1762und hinterliess drei Söhne, die ebenfalls in der Armee gedient ha-ben. (M. s. biograph. Lex. aller Helden und Militairpersonen u. s. w.IL S. 229 )
Samuel Adolph v. IC., ein Stiefbruder des Vorigen, geboren 1693zu Gohren bei Crossen, einem seinem Vater, Hans Otto v. K., ge-hörigen Gute, trat 1710 zu Stettin in preussische Dienste. Im Jahre1746 wurde er Oberstlieutenant, 1747 Oberst, 1757 Generalmajor und1758 erhielt er ein aus den bei Pirna gefangenen Sachsen errichtetesRegiment, das bis dahin den Namen Prinz Friedrich August vonSachsen geführt hatte. Bald darauf nahm er seinen Abschied, lebtesodann in Stettin, wo er den 15. Octbr. 1778 starb. (M. s. biograph.Lex., II. S. 225.)