Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
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Kalkreuth.

Es hätten sich demnach die, von dem Kalkofen und den ihnen zumWappenhilde gegebenen Reuten mit dem Namen Kalkreuth belegtenEdelleute aus Portugal nach Deutschland begeben, und hier erst diefremde Bedeutung des Worts mit dem Namen Kalkreuth vertauscht.Ein anderer Schriftsteller (Johann Magnus, in seiner handschriftlichenChronik der Lausitz) behauptet, dass dieses Wappenbild nicht Gabelnoder Ofenreuten, sondern Pflugreuten bedeutet, und dass das Ge-schlecht der v. IC. ursprünglich vom Piluge oder vom Ackerbau trei-benden Stande herstamme, und sammt dem alten Geschlechte der v.Pflug sich rühmen könne, von den Nachkommen des Herzogs Primis-lav von Böhmen abzustammen. Dieser Herzog hätte im Jahre 720seinen Vettern einen Namen beigelegt, den Einen habe er Pflug,und den Andern Kalkreuth, in Bezug auf die Cultur des Feldes, ge-nannt. Die gleiche Abstammung der v. Kalkreuth und v. Pllug ist je-doch, wie wir weiter unten auch noch erwähnen werden, nur eineSage, die selbst von der Familie v. K. nicht angenommen wird. Wenndie erstere Sage, die, wie bekannt, auch der unvergessliche Schillermit grossem Glücke zu seinem Gedichte:Fridolin oder der Gangnach dem Eisenhammer" benutzte, die später auch den Stoff zu einemgern gesehenen Schauspiele gegeben hat, eben so verbreitet als an-ziehend ist, so fand doch die zweite Auslegung mehr Glauben bei demGeschichtsforscher, und besonders darum, weil die v. K. schon im14. Jahrhunderte in Schlesien vorkommen, 1342 war schon Themo v.Kalkriite des Herzogs Wenzeslaus zu Liegnitz und dessen Bruders Lud-wig I. Kanzler, den die Chronik des Landes einen überaus vortreffli-chen Cavalier nennt. Später findet man an den Höfen fast allerplastischen Herzöge v. K. in Hofehren und Ilofwürden. Namentlichstand nach Hönigers Türkenhistorie Wolf v. K. in der Reihe dertapfersten deutschen Ritter, die im J. 1529 dem von den Türken be-lagerten Wien zu Hülle geeilt waren. In Hinsicht ihres Besitz-tliums kommen die v. K. schon im Jahre 1505 als Pfündinhaber, und1554 als wirkliche Besitzer des Burglehns Räuden in Schlesien vor.Gr. Tsclmder, Karoschke, Kawallen und Bischwitz vereinigte im Jahre1624 Friedrich v. K. als sein Besitzthum. Er war des Herzogs Karlzu Münsterberg und Oels Rath, und des Fürstenthums Oels Landes-ältester, ein Mann, geehrt von seinem Fürsten und geliebt von denBewohnern der Landschaft. Im Jahre 1652 kommt 1Inns Gcortjv. K. auf Ober-Schittlau, des Fürstenthums Glogau Landesältester,vor. Wenn sie auf diese Weise in Nieder- und Mittel-Schlesienschon bedeutenden Grundbesitz hatten, so kommen sie auch bald dar-auf als Herren ansehnlicher Güter in Oberschlesien, namentlich auchim troppauischen Fürstentimme vor. Auch in Polen, in der Mark undin der Lausitz hatte sich das Geschlecht sehr verbreitet und ansehn-liche Güter erworben, So führt sie auch v. Gundling in seinem bran-denburgischen Atlas als Besitzer von Guhren und Bukow im LandeZüllichau auf, während Klempzig, in derselben Landschaft gelegen,schon seit dem 16. Jahrhunderte als eine alte Kalkreuthsche Besitzungbekannt ist, eins ihrer Stammhäuser bildete und am Anfange des vo-rigen Jahrhunderts an die von Troschke übergegangen ist. Das DorfKalkreuth bei Sagan ist von der Familie später erbaut worden, wäh-rend das schon angeführte Klempzig, Karoschke, Gr. Tschuder, Löb-schütz und Gugelwitz als Stammhäuser der Familie betrachtet werden.Diese Stammhäuser zerfielen wieder in mehrere Linien, wie das HausKlempzig, das sich in die Linien von Drenkau und Drakau theilte.Von den übrigen Gütern, die in früherer und späterer Zeit der Fa-milie gehörten, nennen wir auch Urschkau bei Koben, dessen Schlossdie Mutter des verewigten Feldmarschalis Grafen v. K. im Jahre 1747