Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
Seite
44
Einzelbild herunterladen
 

44

Itzenplitz.

7 .11 wichtigen Expeditionen in Sachsen und Böhmen gebraucht. Er ver-brannte itn Jahre 1757 die Brücke bei Leutmeritz, einer der wichtig-sten Uebergangspimkte über die untere Elbe. Biese Dienste belohnteFriedrich am 23. Januar 1758 durch die Ernennung zum General-lieutenant. An der Spitze eines Armeecorps deckte der General v. I.in seiner Stellung bei Dresden Sachsen gegen die Oesterreicher und dieReichsarmee. Er bewies dabei so viel Klugheit und Vorsicht, dassihm sein grosser Monarch das Band des schwarzen Adlerordens um-liing. Im Jahre 1759 drang er mit seinem Corps bis Bamberg vor,und am 12. Aug. desselben Jahres befehligte er den rechten Fliigeldes zweiten Treffens in der blutigen Schlacht bei Cunnersdorf. Schonam Anfange des Kampfes erhielt er einen leichten Streifschuss, balddarauf wurde ihm das Pferd unter dem Leibe erschossen, und dabeider linke Fuss stark gequetscht, eine kleine Kugel verletzte seinelinke Schulter, eine andere fuhr ihm durch die rechte Hand; er nahmnun den Degen in die linke und setzte ruhig und mit voller Besin-nung sein Commaudo fort. Endlich iiel er entkräftet vom Blutver-luste vom Pferde, er setzte sich aber auf die Erde nieder und verliessseinen Platz nicht eher, bis die Armee sich zum völligen Rückzügeanschicken musste. Man brachte ihn, mit Wunden bedeckt, zuerstnacli distrin, alsdann nach Stettin; hier endigte sein Heldenle-ben am 25. September 1759. Er war mit Charlotte Sophie, einerTochter des Geheimen Staalsininisters Adam Otto v. Viereck, vermählt,die ihm einen Sohn und eine Tochter geboren hat.

Joachim Christian Friedrich v. I., ein jüngerer Sohn des Ilnl-thasar Friedrich v. I., aus der zweiten Ehe, wurde, wie sein Stief-bruder, August Friedrich v. I., in der Schlacht bei Cunnersdorf ver-wundet, und starb am 18. April 1765 zu Neustadt-Eberswalde alskönigl. Generalmajor und Chef eines Dragonerregiments. Er warzweimal vermählt, zuerst mit Victoria Sophie v. Röder, und nach derenTode mit Charlotte Wilhelmiene v. Bär, einer Enkelin des berühmtenBischofs Ursin v. Bär.

Heinrich Friedrich v. I., der dritte der Brüder, machte an derSpitze eines Greuadierbataillons die schlesischen Feldzüge mit, undwar als ein sehr tapferer Offizier in der Armee bekannt, er starbaber schon als Oberstlieutenant am 28. Novbr. 1751.

In neuerer Zeit hat sich Peter Ludwig Friedrich Johann Alexanderv. I., seit dem Jahre 1815 Graf v. I. auf Bohnitz u. s. w., eigentlichGr. Bohnitz u. s. w. im Havellande, im Staatsdienste, sowie als Ver-besserer und Verschünerer seiner Güter grosse Verdienste erworben.Er starb als Geheimer Staatsrath a. D- und Ritter hoher Orden am18. Septbr. 1834.

Von seinen Söhnen ist Graf Heinrich v. I. königl. preuss. Re-gierungsrath und vermählt mit Luise Freiin v. Sierstorff (Dryburg).

Der zweite Sohn, August Graf v. 1., ist Rittmeister v. d. A., Land-rath des Kreises Stendal und Herr auf Jerchel, der dritte, Wilhelm,Graf v. I., Lieutenant bei dem 8. Landwehrregiment.

Die einzige Tochter des Geheimen Staatsraths, Marie, Gräfin v. I.,ist die Gemahlin des gegenwärtigen Chef-Präsidenten der Regierungzu Merseburg, Herrn v. Meding.

Die Griebener Güter bei Tangermünde besitzt gegenwärtig derkönigl. Major v. d. A. Teichhauptmann und Deputirte bei der. General-Direction der Feuer-Societät des Herzogthums Magdeburg und derGrafschaft Mansfehl, v. I. Er ist Ritter des Militair-Verdienstordens(erworben vor Mainz 1793) und des eisernen Kreuzes 2. Klasse amweissen Bande mit schwarzen Streifen. Aus diesem Hause dienen