Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
Seite
37
Einzelbild herunterladen
 

Ingcrmann Ingersleben.

37

dem Prädicat Excellenz. Das dieser gräflichen Familie verlieheneWappen zeigt im goldenen Herzschilde den Vossischen rothen Fuchs,das Hauptschild ist quadrirt, im Felde 1 und 4 steht der preussischeschwarze Adler in Silber, im Felde 2 und 3 sind auf rothem Grundedrei silberne Rosen, oben zwei, unten eine, vorgestellt. Ueber derneunperlichen Grafenkrone sind zwei geklönte Helme angebracht. Derrechte trägt den preussischen schwarzen Adler, der linke den Fuchs.Zu Schildhaltern sind zwei preussische Adler gewählt.

Ingcrmann, Herr von.

Der aus königl. schwedischen Diensten kommende, in die preuss.Armee eintretende Hauptmann Johann George Ingermann wurde vomKönig Friedlich II. am 20. März 1742 geadelt.

Ingersleben, die Herren von.

Die v. Ingersleben gehören Preussen, Magdeburg, der Graf-schaft Mansfeld, den anhaltschen und schwarzburgschen Staaten an.Eine Tochter des Justi Adam v.l. wurde 1725 die Gemahlin des Fürsten.Lebrecht von Anhalt-Zerbst-Bernburg. Es haben sich von dieserFamilie in den brandenbnrg - preuss. Staatsdiensten folgende Mitglie-der befunden:

Johann Ludwig v. Ingersleben, der als Generalmajor, Commandern -der Leibgarde zu Fuss, Hofjägermeister, Ritter des Ordens pour lemerite, Amtshauptmann zu Colberg, Erbherr auf Königsrode, Friedrichs-rode, Willerode, u. s. w. starb, war am 16. Octbr. 1703 zu Lippehnein der Priegnitz geboren. Er ging auf das Pädagogium nach Halle,Iiielt dort eine öffentliche Rede im Jahre 1721: de incrementis pon-tilicatus romani, und erwarb sich sehr schätzbare Kenntnisse. Wegenseiner ausgezeichneten Grösse nahm ihn der Fürst Leopold v. Anhalt-Dessau als Junker in sein Regiment, König Friedrich II. versetzteihn 1740 zu seiner neuerrichteten Leibgarde mit dem Prädicat Oberst-lieutenant v. d. A. und ernannte ihn in demselben Jahre zum Amts-hauptmann in Colberg. Da er sich bei vielen Gelegenheiten rühmlichauszeichnete, so avancirte er nach und nach so weit, dass er beimAusbruche des siebenjährigen Krieges zum Generalmajor befördertwurde. Er half die Sachsen bei Pirna mit einschliessen, war in derSchlacht bei Lowositz und drei Monate hindurch Commandant von Dres-den. Im Jahre 1757 am 6. Mai wurde er in dem Treffen bei Prag voneiner Kugel durchbohrt, und erhielt ausserdem zwei Prellschüsse,wohnte jedoch am 22. November desselben Jahres schon wieder derSchlacht bei Breslau bei, in der er tödtlich verwundet ward, worauf eram 27. Nov. seinen Geist aufgab. Er war mit Charlotte Dorothea Eva, einerTochter des Geheimen-Finanzraths Christian v. Herold, vermählt, dieihm zwei Sühne und vier Töchter geboren hat.

Karl Ludwig I. starb im Jahre 1781 zu Heiligenbeil in Preussenals Generalmajor, Chef eines Garnisonregiments uml Ritter des Or-dens pour le merite. Er war im Magdeburgischen geboren trat imJahre 1726 in preuss. Dienste und wohnte allen Feldzügen Friedrichsdes Grossen rühmlichst und mit Auszeichnung bei, durchlief diesubalternen Grade, erhielt bei dem Entsätze von Colberg den Ordenpour le merite und wurde 1777 zum Generalmajor ernannt. Er warmit einer v. Wussow vermählt, aus welcher Ehe mehrere Kinder er-zeugt waren.