Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
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Jerin.

Magdeburgschen und ans dem Saalkreise, es besitzt jedocli seit langenJahren auch in andern deutschen Provinzen ansehnliche Güter. VonGundling führt die Freiherren von Jena als Besitzer von Dannenbergund Kothen im Kreise Ober-Barnim der Provinz Brandenburg an.Kothen ist gegenwärtig das Besitzthum des Major v. d. A. und Kitterv. Jena, der diesen in der Nähe von Freienwalde reizend gelegenenOrt durch vielfache lAnlagen verschönert hat. Im vaterländischenStaatsdienste haben sich vorzüglich ausgezeichnet:

Friedrich v. J., geboren 1620, zuerst Professor Juris Ordinariusan der Hochschule von Frankfurt a. d. O., sodann brandenburgscherGesandter zu Stockholm und Warschau, auch bei der Wald des KaisersLeopold. Er unterzeichnete am 10. Novbr. 1658 den Liebauer Tractatund dirigirte die wichtigsten auswärtigen Angelegenheiten. Am 5. Julibestellte ihn der grosse Kurfürst zum wirklichen Geheimenrath. Erstarb im September des Jahres 1683.

Gottfried v. J., geboren den 20. Novbr. 1620, wurde nach vielengrossen Reisen durch fast alle Länder Europas Doctor Juris zu Heidel-berg und 1655 Professor Juris Ordinarius in Frankfurt a. d. O. ImJahre 1657 ernannte ihn der grosse Kurfürst zu seinem Geheimenrathund schickte ihn 1662 auf den Reichstag nach Regensburg. Am 23. April1663 wurde er Kanzler des Fürstenthums Minden, 1674 werklicherGeheimerrath, 1680 Kanzler in Magdeburg. Er starb zu Halle am3. Januar des Jahres 1703 und da er keine Kinder hinterliess, so be-stimmte er seinen gegen 60000 Thaler betragenden Nachlass zurGründung eines freiweltlichen Fräulein - Stifts, so wie eines Hospitalsfür refonnirte Arme, in Halle. Beide Anstalten tragen den Namenihres Wohlthäters und Gründers Gottfried v. J., Herr zu Dübbernitz,ein Bruder des Majors v. J. auf Kothen, starb am 21. August 1831.Durch eine Urkunde vom Jahre 1658 vom römischen Kaiser Leopold I.ausgefertigt, wurde das Wappen dieser Familie vermehrt. Sie führt seit deinein quadrirtes Schild; im lstenund 4ten blauen Felde ist ein weiss undschwarzer Fuchs vorgestellt, der eine Weintraube im Maule trägt; dieFelder 2 und 3 sind roth und von einem weissen Balken durchzogen.Auf der Krone wiederholt sich der Fuchs, der wie im Schilde von natür-licher Farbe ist. Auf einem vor uns liegenden Abdrucke steht stattdes Fuchses auf der Krone ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln.

Jerin, die Herren von.

In Schlesien lebten und leben noch mehrere Edelleute diesesNamens. Ks sind die Nachkommen der Brüder des berühmten, ausder freien Reichsstadt Reutlingen in Schwaben gebürtigen, TheologenAndreas Jerin, der 1585 Bischof von Breslau und bald darauf Ober-Hauptmannschafts - Verwalter von Schlesien wurde. Er brachte denAdel auf sich, seine Brüder und seine Nell'en. Die Verwaltung seinesBisthums war, wie die schlesische Kronik sagt, klug und glücklich.Er starb zu Neisse am 5. Novbr. 1596. Ein prachtvoller massiv ge-arbeiteter Altar und andere kostbare Geschenke in der Breslauer Doin-kirche waren Gaben dieses freigebigen und berühmten Prälaten.Karl v. J. war im Jahre 1805 Stadt - und Polizei-Director zu Leob-scliiitz. Constantin v. J. war Kanonikus beim hohen Domstifte ad St.Joannem zu Breslau, und ebenso bei dem Collegiatstift ad St. Crucem da-selbst, zugleich hatte er die Generalvollmacht für die Geschäfte dergräll. Nostiz-Neulandschen Familie. Gegenwärtig sind die GüterOber - und Nieder-Gesass bei Patschkau Lehnsbesitzungen Der v. Jerin.

Die Herren v. J. führen im blauen Schilde einen goldenen auf-