Löwen (Leoparden) bei Grünenberg (i8 b ); im i.Viertel des Wappens König Christophs bei Richental (105) rotgekrönte Löwen.Noch ungekrönte Löwen im Siegel Knuds VI. von c. 1190 (abgebildet bei Hs. Hildebrand Heraldisca studier I, 13) und im Dreieck-schild eines runden Rücksiegeis König Waldemars II. von 1241 (Siebm. I 1 II, Taf. 28), gekrönte Löwen bei Erich V. (1241) undAbel (1250), während Christoph I. (1257) und seine Nachfolger herschauende Löwen (Leoparden) führten. C. O. v. Querfurth lehnt5 im JbAdler (IX 8) die Deutung als Gedächtniswappen oder gar Anspruchswappen auf England ab. Gegenüber älteren geographischenAusdeutungen denkt Hefner im Siebm. (I 2 44) an Vereinigung der Wappen Schleswigs und Jütlands. Die schon auf denSiegeln Knuds VI. von c. 1190 und Waldemars II. von 1241 erkennbaren roten Herzen oder Blätter, mit denen der Schild vielfachbesät worden ist, finden sich in den obengenannten Darstellungen des 15. Jahrhunderts nicht . Der in der Kirche zu Soröe aufSeeland früher aufbewahrte Königsschild Waldemars IV. Atterdag (f 1375) soll neun solche rote Herzchen enthalten haben.10 Wappen: in gelb drei übereinander schreitende blaue herschauende Löwen (Leoparden) mit roter Zunge und roten Augen;Kl.: wachsender, rotbewehrter und rotgezungter gelbgekrönter herschauender Löwe (Leopard) wie bei Grünenberg. HelmsiegelKg. Christophs II. 1321: Büffelhörnerpaar, je besteckt mit 2 Pfauenspiegeln (Seyler 123). Das heutige kgl. Reichswappen Däne-marks zeigt zehn auf die Helmkrone gesteckte rote Fähnchen mit durchgehendem weissen Kreuz, die mit dem bis 12 19 zurückge-führten Danebrog in Verbindung gebracht werden. — Siegel: G. Thorkelin DaniaetNorvegia insigillis seculiXIII, Hauniae 1786;15 Seyleri23 und 275 ; E .V .Nottbeck Siegel aus dem Revaler Rathsarchiv, 1880; A. Thiset wird die Königssiegel in dem mehrbän-digen, von H. Petersen 1886 begonnenen dänischen Siegelwerke behandeln. <1 Quellen: A. Heraldik: Siebm. IiII (D. Souve-raine) 20 ff, 39 ff.; ebenda I 2 (Ausserd. Staatenw.) 43 ff. Genealogie: Lorenz-Devrient Taff. 15 und 28; Hübner I(1737) Taf. 84/87; Grote 400/01 u. 406; Siebm I 1 II, S. 21. [8
^ ENGLAND, Königreichunter dem Hause Anjou-Plantagenet(i 1 54 -1 399). Die 3 herschauenden Löwen (Leoparden) 1 )20 an Stelle der schon den Königen aus dem Hause Normandie zugeschriebenen 2 herschauenden Löwen (Leoparden) im zweitenSiegel, einem Reiterrundsiegel, des Königs Richard Löwenherz, eines Sohnes des Begründers des neuen Hauses, von 1189 (theArchaeological Journal XIII 110; Ganz 69, vgl. die Abhandlung von Deville). Von seinem Sohne Johann (ohne Land) an er-scheinen die 3 herschauenden Löwen (Leoparden) erblich, seit Eduard III. als Anspruchswappen geviert mit den Lilien vonFrankreich (Illustrated Catalogue of the Heraldic Exhibition Burlington House 1894: Schild Eduards III. in der Kathedrale zu25 Canterbury, Tafel II), bis 1801. Schildrand belegt mit Lilien auf dem Schilde des Prinzen Johann (R. Frhr. v. Mansberg Wäfenund Wicgewaete Taf. IV 8). Die Deckenmalerei auf Valeria ob Sitten (HerArch XIV 130 f.), die Darstellung auf Geweben ebenda(a .a. O. XXXVIII 92; AnzAnF XXVI113) sowie auf dem Tristan-Teppich zu Wienhausen (Herold 1876/77) und in dendeutschenWap-penbüchern zeigen für England die historisch richtige Farbengebung: in rot die 3 gelben (gekrönten und blaugezungten) herschauendenLöwen (Leoparden) (Emailkästchen von c. 1300, Catalogue Taf. IV und Hildebrandt Meisterwerke Taf. 31); als Kl. den (ge-30 krönten und blaugezungten) gelben herschauenden Löwen (Leoparden) auf rotem hermelingestülpten Hut (Grünenberg 21).Helm mit Kleinod des Prinzen Eduard von 1376 in Canterbury (Catalogue Taf. I), der herschauende Löwe (Leopard) schon aufden Helm gemalt im Reiterrundsiegel Richard Löwenherz's 1189 (Ganz 69). <1 Wappen (irrige Farben): in gelb 3 rote herschauendeLöwen (Leoparden); Kl. auf rotem Helm Schirmbrett, besteckt mit weissen Kugeln, mit Wiederholung des Schildbildes. — SchonK. von Würzburg schildert im Turnei von Nantheiz den Schild in denselben Farben (Vers 297/320; Seyler 247), ebenso Reinfried35 von Braunschweig (Vers 920 ff); Grünenberg gesellt dieses Wappen mit der Überschrift „der küng von Ybernia" demjenigen desKönigs von Cypern bei (25). Ganz aus dem Rahmen fällt die Schilderung des englischen Wappens durch CvMure (6), wobei„forma" statt „spes" interpoliert wird (Anz. f. deutsche Altertumsk. 31, 128). Siegel: J. Hewitt Ancient armour andweapons in Europe, 1855; Aug. Dennin Guide des amateursd'armes 196; Sceaux des rois et reines d'Angleterre depuis Edourdle confesseur jusqu'ä nos jours, Paris 1835; A. B. und W. Wyon The great seals of England, London 1887; Posse I Taff.4° 36/37; T. F. Tout Die,,privy seals" der englischen Könige, in Vorbereitung (Ewald). <1 Qu eilen : Siebmacher I 2 (AusserdeutscheStaatenw.) 17ff.; Hübner 1(1737)Taff. 70/80; Grote 394 ff.; Lorenz-Devrient Taff. 7 und 27; B. Kurth Bildteppiche: Walpurga-Legende Taf. 274/76, 317—321 (Stammbaum); 325 a. [9
10 PORTUGAL (Portegalien?), korrigierte Bezeichnung von einer Hand des 13. Jhdts. beigesetzt, kaum als „Portigel rex", wieRunge will, zu lesen. Wir hätten, wenn die Mutmassung stimmte, ein redendes, historisch nicht belegtes Wappen des Königreiches45 vor uns; der Tristanteppich von Wienhausen zeigt in blauem Schild eine gelbe doppeltürmige Burg (Herold VII, 1876, 124). Vondeutschen Wappenbüchern gibt einzig Grünenberg (2i b ) neben dem historischen Wappen sowohl dieses redende Wappen mitweissem offenen Tor in rot (Kl. rotgezungter gelber Drache, Verwechslung mit Aragonien?) wie auch nebenbei als „das alt Borttigal"das gelbe Tor mit schwarzer Tür und weissem Fallgatter gestürzt (!) in rot. Ähnlichkeit weist das hier nicht in Betracht fallendeschon bei DEWb (37) vorkommende, ebenfalls redende Wappen des österreichischen Kronlandes Portenau (Pordenone) auf und50 ein bei Richental (no b ) unbenannter Schild. Das historische Stammwappen, 3 blaue Schildchen mit weissen Kugeln in weiss,ist erstmals durch das Siegel Mathildes von Portugal 1189 (Ganz 14) belegt. Siebm. fasst diese blauen Schildchen als ursprünglicheTrauben auf. Nach ihm rühren die goldenen Kastelle, die sich zum erstenmal in einer Schildbordüre auf demSiegel Alfons III. finden,von dessen Verbindung mit Beatrix von Kastilien her (s. auch das Grabmal der Kaiserin Eleonore bei M. Gerlach Todten-schilde 65,2); in deutschen Wappenbüchern ist auch, wie anderwärts, der Schild damit bestreut. Wappen: in blau ein weisses5 5 ] ) Siehe allgemeine Bemerkung zu No. 8 (Dänemark).
Tafel II, 8—10
13