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Die Wappenrolle von Zürich : ein heraldisches Denkmal d. 14. Jahrhunderts in getreuer farb. Nachbildung d. Originals mit d. Wappen aus dem Hause zum Loch
Entstehung
Seite
LXXII
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vorn durch den Ring gesteckt. Aus dem Kl. von Grenzer (360) kommt ein Pfauenstutz mit 3 Augen, unddas rechte Auge im Kl. Ab der Haid (369) ist nicht sichtbar. Richtig setzte B. zum Kl. von Küssenberg (373)das gelbe Trinkglas in den blauen Schild im Gegensatz zu Aulendorf und der Erstaus-gabe, vergass aber bei Rossberg (375) die weissen Gurten. Auffallend unhistorisch sinddie beiden Kämpfenden im Schilde Manesse (380) dargestellt, in weissen Jacken und Pluder-hosen ( !) statt der Ringelpanzer und mit Haaren statt der Halsberge. B. gibt zu 393 (Arsent)eine merkwürdige Rekonstruktion der ursprünglichen Zeichnung (s. Fig. 9). Die Fackel imSchilde von Fackelstein (447) ist hornartig nach vorn gebogen. Dem fast herschauendenTier im Schilde von 448 fehlt das Halsband. Andere Abweichungen sind in den Textenzu 326, 387, 435 (die Quasten am Kissen fehlen), 441, 445 und 446 vermerkt.

Auch in den Farbenwiedergaben weicht B. gelegentlich ab: Im Banner vonWien (XII) grüner Krummstab. Die Strichschrägfäden von Navarra (14) sind hellbraunoder gelbrot (?). Am Kl. von Württemberg (46) 1 ) gelbes Mundstück, bei Fürstenberg (66) und Brandenburg(81) blaue Fänge, beiKim(77) schwarze Hutschnur. Diessenhofen(i53) hat gelbe Tupfen und Bartelstein (168)gelben Dreiberg. An den Staufen von 175 zwei rote Ringe, schneckenförmiges Kl. ohne Gesicht. Bei Studen-gast (188) ist die hintere Lilie wie die vordere gestaltet. Pfau als Kl. von Urslingen (215) mit weissemSchnabel und gelben Füssen. Im Kl. von Berg (232) gelbes Nabenloch. Bei Blattenberg (239) blaue Berge.Dem Bettler (249) mit roten Schuhen fehlt die weisse Tasche am roten Riemen. Das Kl. von Schwaningen(251) hat grüne Beggelhaube und grüne Halsberge. Das Loch des Mühlsteins bei Spiser (253) ist auch weiss.Schild von Ammenhausen (268) geteilt von rot und blau! Blau im Schilde von Grünenberg (332) statt grün.Die Haare sind meistens rotbraun gehalten, so bei Bettler (249), wie die Wiedergabe der nicht mehr imOriginal erhaltenen Wappen in dieser Neuausgabe dartut; dieselbe Tönung statt gelb z. B. auch des Kl. 459 2 ).Von kleineren Ungenauigkeiten beobachtet man gelegentliche Unterschiede in Bewehrung oder Nicht-bewehrung sowie des Vorkommens oder Fehlens von rot am Auge und an der Einfassung des Helmvisiers.Bei Buwenburg (221) fehlt die grüne Ubermalung des roten Helms, s. auch Text zu 441.

Wie Bernhauser die Bezeichnungen der Banner und Wappen gelesen oder zu entziffern gesucht hat,lässt sich vorn aus der vergleichenden Ubersicht III ersehen. Er gab die Namen mit den Buchstabenformendes Originales wieder; unsichere Buchstaben punktierte er bloss. Die späteren Minuskelschriften und die ur-sprünglichen Majuskelschriften hielt er fast immer genau auseinander; nur Kilchberg (382) gibt er irrig mitMajuskeln an. Aus den heute fehlenden originalen Teilen führt er nicht alle Minuskelnamen auf, die sich schonbei Aulendorf finden: so fehlen bei ihm Nydow (460) und Starenberg (493); dafür bringt er Huruf! (476),Tribberg (482), Winterberg (497), Regishain (499) und burro far! (501).

Aus dem 19. Jhdt. stammen zwei weitere Kopien der WR:

3. von Stabshauptmann und Stadtrat Paulus Schulthess zum Lindengarten (1773-1844), im Besitzeseines Urenkels Paul Schulthess in Wattwil. „Gemalt mit ausgezeichneter Schönheit und Zierlichkeit" (MAGZVI 23 n. 1).

4. von Alfred Grenser, einem der Gründer der heraldischen Gesellschaft Adler in Wien 1870; weilte 1858bis 1863 zur Ausbildung als Buchhändler in Zürich und kopierte in dieser Zeit die WR in getreuer Nachahmung(JbAdler n. F. II 1892). 10 m lange Rolle, einseitig bemalt. Besitzer: Prof. Otto Hupp, München-Schleissheim.

*) Über das württembergische Wappen s. auch Frhr. v. Gaisberg-Schöckingen Das württembergische Wappen im Laufder Geschichte (Aus dem Schwäbischen Heimatbuch von 1917). Veröffentlichung des Vereins St. Michael, 12 S. - Glasgemäldes. HerArch XLIII 187 f.

2 ) Diese Mischfarbe, in der auch die Kronen der beiden Löwen gehalten sind, ist Hohenlohe aufgefallen (Archiv f. Hohenlohi-sc he Geschichte I. 2, S. 291); Schulthess gab in seiner Kopie das Kl. grün wieder, die Kronen rot (Taf. II im Hohenloh. Archiv I. 2).

LXXII Einleitung ZWR