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Vom Adel : Bruchstück eines grösseren historisch-philosophischen Werkes über Ehre und Schande, Ruhm und Nachruhm aller Völker, aller Jahrhunderte
Entstehung
Seite
239
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2.09

Kein Gesetz begünstige die kleinlicheEitelkeit, als sey dieses Geschlecht älterund edler als jenes. Solche winzige Albern-heiten überlasse man einzelnen Thoren.Wünscht mit alle dem euch Glück, wenneuer Staat so gut als böse, zwischen Schlafund Wachen, zwischen Tod und Leben ve-getirt; denn die unnatürlichste Regierungs-form auf Erden ist die Aristocratische; sowie hingegen die Natur den ersten Vaterim Kreise seiner Familie zum Monarchenkrönte.

Die Democratie bedarf keines Adels, siehat nur Bürger. Sie lohnt nicht mit Wap-pen, sondern mit Bürgerkronen. Sie ver-stöfst den Ehrgeiz und sucht nur Vater-landsliebe. Jener schickt sich in die Zeitund leyht von dieser eine Larve. In Repu-bliken und in despotischen Staaten sind dieMenschen einander Alle gleich. In Republi-ken, weil Alle Alles sind; in despotischenStaaten, weil Alle nichts sind.