Wer mag ein heimliches, unbegreiflichesGefühl der Ehrfurcht ihm versagen? NeuerAdel ist das Werk des Fürsten, alter Adelnur das Werk der Zeit. Jener gebiert öf-ter Talente, dieser öfter Seelengröfse.
Schlosser meynt, es sey doch sonderbar, Schlosserdafs did heutige Welt die Vorwelt vielerJahrhunderte fragen müsse, wen sie ehrenund achten soll ? dafs der Stempel den dieVorwelt aufdrückte, durch zwanzig Genera-tionen seinen Charakter nicht allein nichtverlieren, sondern ihn immer noch tiefereindrücken sollte; die neue Welt aber so-gar das Recht solche Stempel aufzudrücken,verlohren habe. Ich verkenne hier densonst so feinen Beobachter. In allen Din-gen gilt der Stempel der Vorwelt mehr alsder der heutigen. Religionen werden ehr-würdig durch Alterthum. Die Schriftstellerder Römer und Griechen behaupten denRang über die unsrigen oft nur deshalb,weil sie zweytausend Jahre alter sind. DasRecht der Vorwelt, den Stempel der Ehre