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Vom Adel : Bruchstück eines grösseren historisch-philosophischen Werkes über Ehre und Schande, Ruhm und Nachruhm aller Völker, aller Jahrhunderte
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Seite
138
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Freylich ist auch die Erziehung des jun-gen Edlen von der des Nichtedlen sehr ver-schieden, und würkt auf Geist und Körper;wer leugnet das? Aeneas Sylvius schildertdie jungen teutschen Edlen folgendergestalt:sie lernen eher reiten als reden, Kälte undHitze sind ihre Gefährten. Arbeit ihr Freund.Die Waffen tragen sie so leicht, als andereMenschen Arme und Beine tragen. Die

Kretenser machten wenig Unterschied zwi-

schen Knechten und Freyen, doch warendie ersteren aus ihren Gymnasien ausge-Schiosser schlössen; und die Tugendschule, welcheXenophon den Persern andichtet, scheintblos für ihren Adel bestimmt gewesen zuseyn. Doch wäre der ein blinder Nachbe-ter des Helvetius, der behaupten wollte, dieErziehung könne einen Pierostrat zum So-crates umschaffen. An den Körper wirddas Unbegreifliche, das wir Seele nennen,fest gebunden. Kränkelt jener, so kränkeltdiese; und ist jener gesund und stark, sohat die Tugend freyen Spielraum in dieser.

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