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Vom Adel : Bruchstück eines grösseren historisch-philosophischen Werkes über Ehre und Schande, Ruhm und Nachruhm aller Völker, aller Jahrhunderte
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chen Ländern der Soldat vor dem Richtergeniefst? Er wagt sein Leben! höre ich alleMartissöhne rufen. Auch der Richter thutdasselbe, nur nicht auf eine so glänzendeWeise. Jenen tödtet ein Schwerdtstreichauf der Stelle, und diesen foltert ein lang-samer Tod, der bey der nächtlichen Lampeihn beschleicht, wenn er für Eürgergliickwacht und arbeitet. Muth und Tapferheitbedarf man nur im Kriege, Gerechtigkeitaber in Krieg und Frieden; im Frieden, umdem Kriege vorzubeugen; im Kriege, umden Frieden zurück zu führen. Flohe bür-gerliche Ämter gaben daher nicht blos denAdel, sondern auch die Ritterwürde, undFroissart spricht von Rittern cles Rechts.

Der Adel, der sich blos von der Mutterherschreibt, wird Kunkeladel genannt. Erwar vormahls häufiger. Unter Ludwig demHeiligen konnte der Sohn einer adelichenMutter und eines unadelichen Vaters Lehnebesitzen. Charles de Montaigu, Grandmaitrede France unter Karl dem Sechsten, war