Druckschrift 
Vom Adel : Bruchstück eines grösseren historisch-philosophischen Werkes über Ehre und Schande, Ruhm und Nachruhm aller Völker, aller Jahrhunderte
Entstehung
Seite
85
Einzelbild herunterladen
 

85

Gewalt bekämpfen. Der Adel schickte sichin die Zeit, verband sich näher mit den.Bürgern, führte sie an im Kriege und rich-tete sie im Frieden. Kaiser Heinrich derVogler sezte den neunten Mann aus derLandritterschaft in die Städte, um sie gegendie Einfälle der Hunnen zu schützen.

Bis gegen das Ende des fünfzehntenJahrhunderts ward der städtische Adel demLandadel gleich geachtet. Damals aberbeschlofs der Landadel zu Heilbronn, kei-nen städtischen Edelmann bey Turnieren ▼. schlief-

fen.

zuzulassen, wenn er nicht vorher dem Bür-gerrecht entsagt habe. Aon dieser Zeit ansanken die Patricier, und erlangten nie wie-der gleiches Ansehn mit den edlen Güter-besitzern. Woher dieser Hafs ? diese Un-gerechtigkeit? Der Keim der Zwietracht lagin Ungleichheit der Sitten und getheiltemInteresse. Der Stadtadel beschiizte Handelund Wandel, der Landadel zerstörte ihn.

Jener trieb seltener ritterliche Übungen, liefssich oft zu Gewerben herab, die man bisher