Druckschrift 
Vom Adel : Bruchstück eines grösseren historisch-philosophischen Werkes über Ehre und Schande, Ruhm und Nachruhm aller Völker, aller Jahrhunderte
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

58

unter ihr Hofgesinde aufnehmen, und seihstdadurch adeln.

Zuwachs an Einkünften, grofse Domai-nen, verbunden mit allen jenen Vorrechten,machten den König immer mächtiger undden Adel immer abhängiger. Mit der Erb-lichkeit der königlichen Würde verschwandendlich der Unterschied zwischen hohemMüser. und niederm Adel. Unter den Carolingerndurfte kein reicher Edelmann mehr ein Ge-folge von Freyen und Edlen unterhallen.Doch erhielt der alte Adel sich das Vor-recht, nicht von Bedienten des Kaisers, son-dern vom Kaiser seihst gerichtet zu werden.So sucht der Abgebrannte sich einen Win-kel im Schutt seines Hauses, ruht unterden Trümmern, und träumt von ehemaligerHerrlichkeit.

Der Werth des Edlen stieg jezt nur mitseiner Würde im Staate. Der dienstloseEdelmann und der Freye wurden mit dem-selben Wehrgelde bezahlt. Glimpflicher alsdie Franken behandelte Carl der Grofse die