an die Unbekehrten. 5ZZ
Fleische leben ? und ob sie nicht am ersten und
am meisten/nach dem das auf Erden ist, zu.trach-ten pflegen ? Ich rel'e nicht nur von Trunkenbol-den, von fieischlichgesinneten Weltmenschen, die inHochmuth, Fülle, Müßiggang, und eiteln Ergötz-lichsten leben, und die kostliche Zeit so lüderlich zuverspielen pflegen. Ich rede nicht nur von schänd-lichen Hurern, unbarmherzigen Verfolgern, und ge-hangen Feinden eines gottseligen Lebens : Nichtnur von meineydigen und treulosen Verräthern derMenschen Seelen und des Evangelii, von solchen,die zumNutzen oder vielmehr Verderben ihres Va-terlandes verrathen werden: noch auch nur lediglichvon denjenigen, die Brandmale in ihrem Gewinnhaben, an deren Elend niemand zweifelt, und die inder That auch sehr elend und blind sind ; sondernich rede überhaupt von allen, die ein gottlos Lebenführen, und fleischlich gesinnet sind.
Die neunte Frage: Frage sie, ob woh! derName eines Christen einen einzigen gottlosenMenschen selig machen werde? Ob wohl Gotteinen sonderbaren Wohlgefallen an ihren schändli-chen Lügen und fälschlichem Vorgeben, indem sieuns bereden wollen, als ob sie wahre und aufrich-tige Christen waren, da sie es doch in der That nichtsind, haben könne? oder, ob sie sich dem Volke zupredigen unterstehen dürfen, daß ein Trunkenbold,ein Hurer, ein Wucherer und Verfolger, ein Welt-lichgesinneter, wenn er nur den Namen eines Chri-sten führe, keine Bekehrung vonnöthen habe?
Die zehende Frage: Frage sie, ob sie nichtgestehen müssen, daß die Heuchele^ alle andereL l z Sün-