an die Unbekehrten. 517
Elende Sünder, wir reden zu euch, nicht alsauf einem Theater, nicht als nur aus Gewohnheit;und nicht, a!s ob dicfts unftre Nahrung und Ge-werbe sey; sondern wir meynen es recht ernstlichmit euch, und bemühen uns, euch zu überreden,eure Seele zu erretten ; als die wir sehen, daß ihreuch ins Verderben stürzen wollet. Sollte wohlein einziger Mensch, der nur Gott glaubet, es an-»ders, als nur ernstlich und redlich mir euch meynenkönnen : da derselbe durch den Glauben jetzo allbe-reits vorhew siehet, wohin ihr gehet, was ihr ver-lieret , wie und wo das Spiel der Sünden sichendigen werde ? Wenn man anjetzo mit euch, aufder Canze^ oder auch insgeheim, nur gleichsam scher-zen wollte; wäre es bey nahe eben so schlimm, alswollte man bey eurem Sterbebette noch Scher;treiben , wenn jetzo eure Seele den Cörper verlas-sen will.
Wir müssen leider! mit Schaam und Her-zeleid bekennen, daß wir niemals von diesen Din-gen zu euch reden, wie es deren Wahrheit undWichtigkeit mit sich brinaet; So will es uns auchan WiHnschast und Weisheit gebrechen; wienicht weniger an Liebe, Jnbrünstigkeit und Eiferermangeln , welcher sich bey denen finden soll, die,die armen Seelen aus ihrem Verderben zu erretten,sich unterwunden haben. Dem ohngeachlet aberkönnet ihr wohl wahrnehmen , daß uns die Sa-che ernstlich angelegen sey. Was ist der Endzweckunsers Studirens, unserer Arbeit, unsers Leidens,und unsers Lebens? Weswegen sollten wir unssonst so viele Mühe geben, euch so viele u.nruhe ma-Kk z chen,.