Zweyte Abtheilung. Cap. 4. 429
heißung I Sey nur aufrichtig und fromm. Wenndu auch schon hundert Fehler und Gebrechen an dirhaben solltest, so wandelt doch dein Herz aufrich»tig. Die Meynungen deines Herzens sind vor-nehmlich auf Gott und die Heiligkeit gerichtet.Du machst dir über alle Sünden ein Gewissen,über die großen so wohl als über die kleinen, überdie geheimen so wohl als über die offenbaren, undsiehest dir mit Wissen'und Willen in keiner einigennach. Dein Herz ist so wohl geartet, daß dudieses, wie du Gott gefallen mögest, allen andernDingen vorziehest, du schätzest seine Gunst und Ge-meinschaft über alle zeitliche Güter, und daher wan-delst du vor Gott aufrichtig, als welches ganz un-fehlbare Kennzeichen dessen sind. Warum willstdu nun deine Fehler vorwenden? HatGott mit direinen Bund gemacht, der nur auf die Werke an.kömmt? Meynet ihr, daß Gott auf der Vollkom-menheit beharret? Der Bund ist ja deutlich genug.Gott fordert nur immer die Aufrichtigkeit, und erhat die Bedingung in dir gewirket, die er von dirfordert? Was könnte deutlicher seyn? Willst dudem Teufel und dem Unglauben verstatten, daß siedir das Brod aus deiner Hand nehmen mögen, dadir Gott verkündiget, daß es dir gehöret? Willstdu dir selbst zuwider seyn ? Willst du deinen eige-nen Frieden von dir stoßen, da Gott kommen ist,dich zu versiegeln auf den Tag der Erlösung,Epl)es.4,zo.
Dieses ist, was Gott der Herr dir allhierver»siegelt, nämlich, daß er dir alles in allem seyn will.O so glaube denn, sey dankbar dafür und erfreue
dich