Zweyte Abtheilung. Cap. 2. 499
ziges Verlangen, daß ich euch auf den Pfad derHeiligkeit dringen möge. Ich möchte nicht gern,daß ihr so übel geartete Schüler seyn, allezeit inder umerstcn Classe verbleiben, und in einem schläf-rigen und unfruchtbarem ^ebenslaufeverbarren soll-tet, Mein Verlangen, was euch anbelanget, istdieses, daß ihr nicht niedrige Straucher und iungeBaumlein, sondern Ccdern von großer Höhe, vonschöner Erfahrung, und sonderbahrer Gemeinichaftmit Gott seyn möget; wie nicht weniger solche Leu-te, die ein göttlich Leben führen, und ihr Licht zurUeberzeugung der Welt leuchten lassen. Ach lassetmich doch nur etwas in diesem meinem löblichenVorhaben bey euch ausrichten! Warum solltet ihreuch zuletzt beklagen, und sagen: Ach, wie habe ichdie Zucht gehastet, und mein Herz die ?crafeverschmähet und habe nicht gehorchet derStimme meiner A- Hrer , und mein Ohr nichtgeneiget zu denen, die mich lehrten, Cprüchw.5,12. iz.
§. 2ZZ.
Damit ich euch zu einem solchen heiligenWandel ermuntern möge,so betrachtet 1. Daßein solcher Wandel in der That möglich sey.Denn erstlich, ist es ganz leicht, Gott zu gefal-len. Er ist nicht gleich einem verdrießlichen Herrn,der da nicht befriediget werden kann^ der sich auchnicht will befriedigen lassen. Wenn ihr nun dahineure Sorge und Bemühung richten wollt, also,daß ihr euch dieses ganzlich und von Herzen vor-sehet , ihm zu gefallen, so wird Gott euren gutenWillen annehme!?. So einer willig ist, so ist er
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