592 Alleins Grundlegung,
ftnheit unserer Neigungen verbessert? Erfordertunsere Religion nicht eine Selbsiverläugnung. Ge-bieten uns nicht die Regeln unserer Religion, daßwir dem was lieblich und wohl lautet, und wasunsere Religion der Welt angcnehm machen kann,nachdenken sollen, Phil.4,8.
§. 221.
II. Bediene dich dieser Vorsichtigkeit,daß eine iede Pflicht zu rechter Feit, und aufrechte Art und Weise geschehen, und daß je-des U>erk seinen besondern Play haben mö-ge« Es ist, nicht genug Gottes Werk zu thun,sondern es muß auch in gehöriger Ordnung ge-schehen. Dasjenige, was an und vor sich selbstgut und nöthig ist, kann zur Sünde werden, wenne6 nicht zu rechter Zeit gejMher. Es ist eine Chri-stenpflicht, daß ihr eurem Bruder seine Sünde un-ter die Augen stellet; denselben aber in eurem Zorneaufzuräumen; oder wenn man ihn von sich flös-sen will, indem er euch christlich ermahnet, dieses istSünde. Eure weltliche Verrichtungen müssendasChristenthum nicht ausschließen, noch müsset ihrdie Christenpflichten euch also angelegen seyn lassen,daß ihr dabey euren Beruf vergessn solltet. Eineiede Pflicht muß ihren Platz und Stelle haben.Damit ihr aber alles in der Ordnung, die Gotterfordert, thun möget, so folget diesen fünfAnwei-fungen.
1. Fanget an euch selbst an, ehe ihr an-dere zum Guten reizen und antreiben wollt.Sollte euch Gott dieses vorhalten! Kehrest duandere, und lehrest dich selber nicht, Rom.2,21»
Be-5