Z04 Alleins Grundlegung/
Ey, du bist der Mann. Dieser Reisende bist du;dieses Kleinod ist deine Seele, die Wildniß oderder Wald ist die Welt, du mußt durch eine Men-ge der Sünder, durch ganze Legionen Teufel, durcheine erschröckliche Menge der Versuchungen reisen.Dieses sind die Rauber, die auf deine Seele lau-ren, und so das, was diese thun können, vermö-gend wäre, dich von dem Himmel abzuhalten, sowürdest du nimmermehr dahin einkommen. Ach!wenn etwa dein Hochmuth, deine Weltliebe, deineVerzögerung, deine'Laulichkeit im Christenthum,deine Seele endlich verrathen, und in die Händederer Räuber überliefern sollte Z Wenn man sonsteinen Verlust erlitten hat, kann er wiederum er-setzet werden; allein, wenn deine Geele einmal ver-lohnn ist, so ist Gott, Christus, Himmel undalles in alle Ewigkeit verlohnn.
§. r6z.
Die vierte Zrage.
Was thue ich wol in Ansehung meiner See-le ? Was? habe ich eine Seele, eine unsterblicheSeele, dafür ich Sorge tragen soll, und ich gebenicht besser Achtung auf dieselbe, wende nicht mehrZeit, nicht mehrere Mühe, nicht mehr Gedankenaufdieselbe? Als der Kaiser Augustus sahe/ daßeinige auslandische Weiber Affen und andere der-gleichen seltsame Thiere in ihren Armen auf denenGassen herum trugen, fragte er: Haben denn dieVOeiber in diesen Ländern keine Rinder? Somag man auch von vielen unter uns sagen, die