Erste Abtheilung. Cap. 8. 269
da unbillig oder unmöglich ist. Nach dem erstenBunde war es nöthig zweyerley ins Werk zu rich-ten: Erstlich wäret ihr verbunden, denen Forde-rungen der gottlichen Gerechtigkeit, wegen geschehe-ner Beleidigung, völliges Genügen zu leisten. Zumandern wurde von euch erfordert, jdaß ihr inskünf.tige beständig und ganz vollkommen das Gesetzehalten solltet. Diese beyde Stücke aber ins Werkzu richten, sind uns unmöglich. Allem sehet, wieGott dieses beydes gnädig gemindert hat. Er be-harret nicht auf einer Satisfaclion und Genung.thuung von euch selbst: Er nimmt willig dasjeni-ge von dem Bürgen an, (und dieser ist ein solcher,welchen er selbst hiezu verordnet hat,) was er voneuch selbst fordern könnte. Er bekennet selbst, deßer ein Lösegeld erhalten habe, und daß er nichts ver-lange, als daß ihr seinen Sohn annehmen sollt;dieser soll eure Gerechtigkeit und Erlösung seyn.Was den Gehorsam, den ihr in Zukunft dem gött-lichen Gesetze leisten sollt, anbelanget, will er miteurer Schwachheit Geduld haben, und nicht nachder Strenge mit euch verfahren. Er beharret nichtauf der Vollkommenheit (in sofern daß diese eineBedingung des Lebens seyn soll, ob er sckon daraufverharret, als eurer ob uns liegenden Schuldigkeit,)sondern er will zufrieden seyn, wenn wir uns nuraufrichtig- erweisen. Ob ihr gleich die völligeSchuld nicht abtragen könnet, fo will er doch eurePersonen nach demjenigen schätzen und abnehmen,was ihr habt; er will denWillen für die That an-nehmen, und den Vorsatz für die wirkliche Verrich-tung. Daferne ihr nur zu ihm in Christo kommer,
und