Erste Abtheilung. Cap .7. 201
hangen, welcher alle Augenblicke reisten wollte,würde nicht dein Herz hierüber erzittern? wohl-an, du bist der Mann. So stehets um dich, 0Mensch, der du dieses liesest, aber noch unbekehrtbist. Wenn der Faden deines Lebens reissen soll-te, (du weißest nicht, ob dieses nicht in der näch-sten Nacht, ia den nächsten Augenblick geschehenkann,) wo würdest du dich sodann befinden? Wo-hin würdest du fallen? Warlich, wenn dieser Fa-den reisset, fällest du in den Pfuhl, der mitFeuer und Schwefel brennet, allwo du in ei-nem feurigen Meere liegen, verbrennen und schmach-ten mußt, so lange als Gott seyn wird, daserne duin deinem gegenwärtigen Zustande versterben soll-test. Erzittert nicht deine Seele, wenn Vu diesesliesest? Benetzen nicht deine Thränen das Papier,wie ein Thau, und schlägt dir nicht das Herz indeiner Brust? Schlügest du nicht an dieselbe, undbedenkest du nicht, was für eine Veränderung dirvon nothen sey. O.' von was für einer Materieist dein Herz gemacht? Hast du nicht nur alle Hoch-achtung geaen Gott verlohren, sondern bist auchohne alle Liebe und Mitleiden gegen dich selbst?Ach durchforsche dein Elend, bis dein Herz so ernst,lich nach Christo ruft, als iemals ein in Wassers-gefahr schwebender Mann nach einem Boot, oderein Verwundeter nach dem Wundarzte schreyet.Die Menschen müssen ihre Gefahr erkennen, unddie Schmerzen ihrer gefahrlichen Schäden undUnpäßlichkeiten fühlen, sonst wird Christus derArzt ihnen nichts nütze sey. Wer einen Men-schen getödm hat, eilet nach der Freystadt, wenn er
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