140 Alleins Grundlegung,
ze, demjenigen der diese Zeilen liefet oder sie lesenhöret. Fmvest du dergleichen Kennzeichen an ihm,deren wiranietzo gedacht haben,mußt du ihn ganz-lich unrein sprechen. Lasse keine Lügen in deinemMünde erfunden werden. Rede denen nichts vomFrieden vor, welchen Gott keinen Frieden verkün-digen lassen. Laß dich nicht von der sündlichenLust bestechen, noch die Selbstliebe, oder ein fleisch-lich Borurtheil deine Augen verblenden. Ich ge-biete dir, nicht anders als vom Himmel, und beyStrafe, daß du dich stellen, und dein Zeugniß wi-der diefen Menschen ablegen mögest. Ich befehledir im Namen des Allerhöchsten, mit mir zu ge-hen,und dasverdächtigeHaus durch zu suchen.Gleichwie du es auf deine Gefahr verantworten willst;also lege auch ein Zeugniß von dem Zustande des-jenigen ab, der dieses Buch zu lesen sich die Mü-he giebt.
Willst du zu einer solchen Zeit stille schwei-gen? Ich beschwöre dich bey dem lebendigenGott, daß du lins sagest, ob dieser Mensch bekeh-ret sey, oder nicht! Sieht er sich gleichsam in ir-gend einer Sünde nach, oder nicht? Liebeterwahr«hastig Gott, ergötzet er sich vornehmlich an demsel-bigen, schätzet er ihn über alles, und sucht er seingrößtes Vergnügen in demselben ober nicht? Wohl«an, gieb der Sache einen Ausschlag : N)ie laugesoll diese Seele in Ungewißheit, wie es um sie stehe,leben? O Gewissen! sage deine Meynung. Istdieser Mensch ein neuer Mensch oder nicht? Wiefindest du dk Sache? Ist bey ihm eine rechtschaf.