Erste Abcheilung. Cap .5. 135
Gleichwol, wenn man diese Leute fragen sollte, wür,den sie, Gott erbarme sich ihrer! getrost sagen, daßsie Christum höher als alles schätzten. Sie wer-den also, weil sie nicht recht auf das Thun ihrerHerzen Achtung geben, nicht gewahr, daß sie fo garweltlich gesinnet sind. Wenn sie nur mit allemFleiß ihre Herzen durchforschen wollten, würden siegar bald befinden, daß sie ihr größtes Vergnügenin der Welc suchen, und ihre meiste Sorge und Ar-beit dahin gerichtet seyn lassen, wie ihnen die well-lichen Güter Zu Theil werden, welches ein gewissesKennzeichen unbekchrter Sünder seyn mag. Ach,wenn sich doch unsere so genannte Maul-- undScheinchristen in Acht nehmen wollten, damit dieseunerkannte Sunds sie nicht todten und umbringenmöchte! Die Menschen können und werden öftersdurch die unordentlicheLkebe,und sonst gar wol erlaub-teErgötzlichkeiten eben so sehr von Christo abgehal-ten, als solches die unerlaubten und sündlichenWerke zu thun vermögend sind.
§. 75-
9. Die herrschende Feindschaft und deeNeid gegen diejenigen, die sich ungebührlichgegen uns verhalten, oder uns allerhand Un-recht anthun. NOer da saget, er sey im Lichtund hasset seinen Bruder, der ist noch in Fin-sterniß. XVer seinen Vruder liebet, der blei-bet im Licht, und ist kein Aergerniß bey ihm»ZlDer aber seinen Bruder hasset, der ist in Fin-sterniß, und wandelt in Finsterniß nnd weißnicht, wo er hingehet, denn die Finsterniß ha-ben seine Augen verblendet. O wie mancher.