Erste Abtheilung. Cap. z. 45
sichtig führet er nun seinen Wandel, damit er nichtin Fallstricke gerathen möge ? Er fürchtet sich beyjedem Tritte, den er thut. Er siehet vor sich undhinter sich; sein Auge wendet er fleißig auf seinHerz, und nimmt sich in Acht , daß er von derSünde nicht möge wieder ergriffen werden, Ps.Zy,i. Sprüchw. 28, 14. Pred. Salom. 2,14.Nichts gehet ihm so sehr zu Herzen, als wenn ihmdie Gedanken einfallen, ob werde ihn Gott von sei»nem Angesicht verstoßen ; darüber erbebet er, undweiß sich nicht zu lassen, weil er weiß, daß diesesmit seinem gänzlichen Untergang und Verderbenverbunden ist, Ps. 51, i z. Ps. 119,11.
Die Liebe eines Bekehrten stellet sich nichtminder ganz verändert bar. Meine Lüde, sag-te der heilige Ignatius, ist gekreuziget, das ist,Christus. Dieses ist »nein Geliebter, sagt dieBraut, Hohel. 5,18« Wie oft und brünstig gibtunsAugustinus die Liebe zu feinem Heiland zu er-kennen? Er kann nicht Worte gnug finden', dieseauszudrücken. O du ewige Glückseligkeit! las-set er sich an einem Orte vernehmen, laß mich dichsehen, 0 du Licht meiner Augen! Ach komme,0 du Freude meiner Seelen; laß mich dich be-trachten , 0 du Freude meines Herzens; laßnuch dich lieben, du Leben meiner Seele 1 er-scheine mir, 0 du mein größestes Vergnügen,mein süßestes Labsal! 0 mein Gott, mein Le-ben ! du Herrlichkeit meiner Seele, laß michdich finden, 0 du Verlangen meines Herzens, odu Liebe meiner Seele, laß mich dich umfassen!0 himlischer Bräutigam, laß mich dich besiyen ?