i4 Neins Grundlegung/
§. 6.
Anfangs will ich zeigen, was die Bekehrungnicht sey, oder, rvorin sie njcht bestehe^
t i ^ie bestehet nicht darin, daß man sichzur christlichen Religion bekennet. Das Chri-stenthum ist ohne Zweifel mehr, als ein bloßer NaMKWollen wir Paulum hören, so bestehet es nichtinN)orten, sdndern in der^raft, i.Cor.4,20iSo dieses die eigentliche Art und Beschaffenheitder Bekehrung ist, daß man vom Juden- odeeHeydMhuM ablasset, und sich zur christlichen Re-ligion wenvet, wie sich wohl viele einbilden Mögen;Wer waren wol bessere Christen als die von Sar»dus und Laodicäa? Ihrem äußerlichen Bekannt,niß nach mußte man diese für gute Christen halten»Sie hatten den Nachen, daß sie lebten; weilsie aber außer diesem nichts auszuweisen hätten/wurden sie von Christo verworfen, unttrderBedro»hung, daß er sie wollte ausspeyen aus seinem Mun-de, Offenb. Jöh. z, i s. Sind deren nicht viele,die den Namen Christi nennen, und doch nicht ab-treten von der Ungerechtigkeit, 2. Tim. 2,19. Siesagen, sie erkennen Gott, aber mit den Werken vet>läugnen sie es, Tit» 1,16. Wird wol Gott derglei-chen Leute für wahrhaftig Bekehrte annehmen, des-wegen weil sie sich zur christlichen Religion beken-nen ? Was ? solche, die sich von der Sünde be-kehret, aber noch in Sünden leben? Dieses kannohnmoglich beysammen stehen- Gewiß, wenn die«ses schon gnug wäre, daß man sich nur zN Christobekennet, würden die thörichten Zungfrauen nie-
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