Ich aber stand ganz verdutzt da. Denn je genauer ichdie fremde Dame betrachtete, desto deutlicher erkannte ich sie,es war wahrhastig Niemand anders, als — der jnnge HerrMaler Guido!
Ich wußte gar nicht, waS ich sagen sollte, uud wollteso eben näher nachfragen, als Herr Leonhard zu ihr tratnnd heimlich mit ihr sprach. „Weiß er denn noch nicht?"hörte ich ihn fragen. Sie schüttelte mit dem Kopfe. Erbesann sich darauf einen Augenblick. „Nein, nein," sagte erendlich, „er muß schnell Alles erfahren, sonst entsteht nurneues Geplauder und Gewirre."
„Herr Einnehmer," wandte er sich nun zu mir, „wirhaben jetzt nicht viel Zeit, aber thue mir den Gefallen uudwundere dich hier in aller Geschwindigkeit aus, damit dunicht hinterher durch Fragen, Erstaunen nnd Kopfschüttelnnnter den Leuten alte Geschichten aufrührst, uud neue Er-dichtungen und Vermuthungen ausschüttelst." — Er zog michbei diesen Worten tiefer in das Gebüsch hinein, während dasFräulein mit der von der schönen gnädigen Frau weggeleg-ten Reitgerte in der Luft focht uud alle ihre Locken tief indas Gesichtchen schüttelte, durch die ich aber doch sehenkonnte, daß sie bis an die Stirn roth wurde. — „Nundenn," sagte Herr Leonhard, „Fräulein Flora, die hier soeben thun will, als hörte und wüßte sie von der ganzenGeschichte nichts, hatte in aller Geschwindigkeit ihr Herzchenmit Jemand vertauscht. Darüber kommt ein Andrer undbringt ihr mit Prologen, Trompeten und Pauken wiederum