328 Achens Verhältniss zu Karl VI. v. Frankreich u. Philipp v. Burgund.
männischen Waaren durch seine Lande führen. Bei Streitig-keiten sollen sie dem Scliöffenurtheile zu Jülich und Dürenzu Rechte stehen. Endlich verheisst der Herzog, dass seineAmtleute den Bürgern und Untersassen Achens kein Leidzufügen sollen. Andere Begünstigungen wurden im Jahre1399 von Frankreich und Burgund gestattet. Des ersterenKönig Karl VI. erneuerte und bestätigte am 31. März 1399von Paris aus den Achnern die von seinem Vater 1368 ver-liehene Zollfreiheit, des letzteren Herzog, Philipp, welcherMargaretha, eine Schwestertochter der Herzogin Johannavon Brabant zur Gemahlin hatte und sich an der Regierungdieses Landes betheiligte, erliess am 5. April 1399 von Parisaus drei Urkunden zu Gunsten Achens. In der ersten be-fiehlt er den Beamten seiner Länder jenseit der Maas, dieKlage der Achener Bürger über widerrechtlich in Falken-berg und Herzogenrath ihnen abgeforderte Zölle zu unter-suchen und zu berichtigen; in der anderen befiehlt er seinemSenescliall von Limburg und seinen anderen Beamten, dieAchener in ihren Rechten und Freiheiten zu schützen undzu vertheidigen; in der dritten endlich befiehlt er seinemSeneschal von Limburg, dem Kastelan de Berghes von Millenund dem Kastelan de Viwariis von Sprimont, die unkenntlichgewordenen Grenzen zwischen Limburg und dem Gebiete vonAchen festzustellen. (Vorstehende vier Urk. im Stadtarchiv.)Seitdem die habgierigen Valois als Herzoge von Burgundund Erben von Brabant, Limburg u. s. w., die westlichenNachbarn Achens geworden, verdunkelten sich die GrenzenAchens mit der Zeit so, dass die Stadt ihr bestes Eigenthumnach dieser Seite, den Galmeiberg, zuletzt ganz verlor. Jo-hann Hauset (Houlsyt), genannt von den Roidern befehdetemit seinen Bundesgenossen die Stadt Achen, nahm mehrereAchener Handelsleute gefangen und verlangte für deren Be-freiung 1600 rheinische Gulden, welche Reinart van Moirckeund Konrad van den Eichorn, Bürgermeister des Jahres 1401,zahlten. (Quix, Kreis Eupen 131.)