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1 (1873) Von den Anfängen bis zum Jahre 1400
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König Karl VI. v. Frankreich i. Jülichschen. Die Juden. 323

junge Herzog Wilhelm von Geldern, ein warmer Anhängerder Engländer, welche mit Frankreich in Krieg lagen, hatte,von den Engländern aufgeregt, am 12. Juli 1387 einen heraus-fordernden Brief an den König von Frankreich gerichtet.Darum rückte dieser mit einem Heere, das die Sage insFabelhafte vergrössert hat, durch das Luxemburgische überBastenach in das Herzogthum Jülich ein, einen Theil desLandes verwüstend. Der Herzog von Jülich bat kniend, wieFroissard erzählt, den französischen König um Schonung fürseinen Sohn und dieser leistete dem Könige Genugthuung.Die erwähnte Achener Chronik, welche die Ankunft der Fran-zosen im Jülichschen auf den 5. September und ihren Abzugauf den S. Gallustag 1389 setzt, sagt in Bezug auf den Einfall,dass Achen die Thore mit Volk besetzte, Gräben und Boll-werke errichtete.

Die Juden heissen bei Friedrich II. servi camerae im-perialis speciales, weil sie unter dem Schutze desselben stan-den. Sie zahlten dafür "eine Steuer und konnten sich imganzen Reich aufhalten und niederlassen. Sie hatten jedochnicht das Recht, Richter und Krieger zu sein. Ein Christwar nicht verpflichtet, mit einem Juden zu kämpfen. Nachden Verfolgungen der Jahre 1348 und 1349 hatten sie sichwieder so erholt, dass Reichsfürsten und Reichsstände in Geld-angelegenheiten von ihnen abhängig waren. Da wurde imSeptember 1390 auf dem Reichstage zu Nürnberg beschlossen,dass alle Judenschulden, Kapital und Zinsen, als abgetragenbetrachtet werden sollten! König Wenzel glaubte sich darumzn dieser Massregel berechtigt, weil die Juden seine Kammer-knechte seien und er darum nach Gutdünken über ihr Ver-mögen verfügen könne. Die Judenschuldner zahlten dafüreine gewisse Summe in des Königs Kammer, fünfzehn bisdreissig vom Hundert. Derselbe Reichstag bestimmte, dassdurch ganz Deutschland einerlei Münze geprägt werden sollte,so dass 24 Pfennige auf ein Loth Nürnberger Silber gingen. J )

Nachdem König Wenzel am 26. März 1393 von Pragaus die Klage des Wilhelm von Hammerstein gegen die Stadt

') K. A. Menzel, Gesch. der Deutschen, VI, 107.

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