314 Belagerung der Schlösser zur Dyck u. Reifferscheid.
Zwischen dem Stadtpfarrer (Profion) und dem Klosterder Weissen Frauen in Achen war ein Rechtsstreit über dieRechte des Ersteren, der durch den Dechanten von S. Bar-tholomäus und den Kanonikus Leonardus von S. Peter, Kir-chen in Lüttich. am 9. Juni 1382 dahin entschieden wurde,dass von allen im Kloster zu beerdigenden Pfarrgenossen demStadtpfarrer ein Viertel der Begräbnisskosten und der Ver-mächtnisse gebühren. (Lat. Urk. im Stadtarchiv.)
In den folgenden Jahren wurden zwei unruhige links-rheinische Ritter, welche ihre Nachbargebiete unsicher mach-ten, gedemüthigt. Der eine, Gerhard zur Dyck bei Bedburdyck,musste sein Schloss dem Landfriedensbunde übergeben undgelobte am 15. Juli 1383 dem Erzbischofe Friedrich vonKöln, dem Herzoge Wilhelm von Jülich und den StädtenAchen und Köln Urfehde, Entlassung der Gefangenen undUntergebenheit (Lac. III, 874); der andere, Johann von Reiffer-scheid, dessen Schloss und Stadt König Wenzel und die Ver-bündeten des Landfriedens zwischen Rhein und Maas belager-ten, eroberten und ihm dann wieder einräumten, gelobte am11. Oktober 1385 ebenfalls Urfehde und binnen acht JahrenNiemanden mehr aus demselben angreifen oder beschädigenzu wollen. (Lac. III. 895.) An dem guten Erfolge gegeu diebeiden Schlösser hatte Achen einen wesentlichen Aritheil. DieBelagerung des ersteren währte 46 Tage. Das Achener Con-tingent zog unter den beiden Bürgermeistern Johann vanPunt und Gerard Lewen, begleitet von den Geschworenendes Landfriedensbundes Reynard van Moirke, Heynrich vander Linden und Rickolf Colyn am 4. Juni 1383 aus. Es be-stand aus 50 Reitern und 25 Schützen und erreichte in zweiTagen das Schloss zur Dyck. Obgleich es 8 1 /* Ohm gutenWein, zu 26 Mark die Ohm, 4 Tonnen Bier, einen halbenOchsen, 4 Hammel, 2 Schinken, 2 Kaidaunen, 6 Stockfische,Hühner, Salz, Butter, Mustart u. s. w. mitnahm, musstendoch schon am vierten Tage zu Neuss neue Einkäufe gemachtwerden. Neben Hühnern, deren 13 Stück 2 Mark kosteten,also ein Huhn etwa 4 Sgr. 2 Pf. unseres Geldes, gab esGänse, Enten (Aintvogel), Tauben und mitunter als Geschenkdes Erzbischofs von Köln und des Herzogs von Jülich Wild-pret. Gemüse kommt selten vor, häufiger Erbsen und Boll-