Druckschrift 
1 (1873) Von den Anfängen bis zum Jahre 1400
Entstehung
Seite
227
Einzelbild herunterladen
 

Achens Handelsverkehr nach Aussen.

227

Achens den Spruch der Schöffen ausführen und der Stadtmit Rath und That zur Seite stehen, soweit der Spruch derSchöffen dies vorschreibt. Entsteht darüber Krieg, so wer-den beide Theile ihn beizulegen trachten. Gelingt dies nicht,so wird der von Falkenberg Stadt und Bürger nach Kräftenmit den Waffen unterstützen, dagegen werden die Bürgerjedem bewaffneten Ritter jeden Tag eine Mark, jedem bewaff-neten Knechte jeden Tag eine halbe Mark zahlen. Verlustean Menschen, Pferden und an andern Dingen trägt nicht derHerr von Falkenberg, sondern die Stadt. Jeder Theil ver-fügt nach Gutdünken über Gefangene und über Kriegsbeute.Ausserdem zahlt die Stadt dem Falkenberger in der Zeitzwischen dem Vertrag und den nächsten Fasten einmal dieSumme von siebenhundert Mark und jedes Jahr am Festedes h. Remigius fünfzig Mark. Zahlen die Bürger die er-wähnten Summen nicht an den festgesetzten Terminen, sokann Reinald, ohne die Stadt zu beleidigen, sich in denBesitz eines Pfandes setzen. Einige Tage nach der Oktavevom Feste Petri und Pauli des Jahres 1311 (Quix, 278) be-scheinigt Reinald seinen lieben Freunden, den Achener Bür-gern, den Empfang von dreitausend Mark, jede zu zwanzig halli-sclien Schillingen gerechnet, und dass die Bürger von der imJahre 1310 übernommenen Schuld von dreitausend Marknunmehr noch zweitausend Mark oder jährlich zweihundertMark Zinsen schulden. Am Tage nach Bekehrung Pauli }311(Quix, 279) ersucht Reinald die Stadt, seinem Vasallen, demRitter Gerard von Bongard, von den zweihundert Mark jähr-licher Zinsen, welche die Stadt dem Falkenberger schuldet,zehn Jahre hindurch dreissig Mark auszuzahlen.

Dass während der traurigen Vorgänge in den letztenJahren die Stadt trotz der unablässigen Zumuthungen anihren Säckel zu gedeihen fortfuhr und ihren Verkehr nachAussen ausdehnte, dafür haben wir einen Beleg in zwei Ur-kunden des Jahres 1313. Die erste ist zu Paris am 14.Februar ausgestellt. Ludwig, König von Navarra und Pfalz-graf von Champagne und Brie, der seinem Vater Philipp IV.,dem Schönen, von Frankreich 1314 als Ludwig X. in derRegierung nachfolgte, erlaubt den Bürgern und BewohnernAchens in »Allemannia«, mit ihren Gütern und Waaren zu

15*