Erstarkung des Bürgerthums.
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Während des immer heftiger entbrennenden KampfesFriedrichs II. und Innocenz' IV.. in welchem die höchsteReichsgewalt in unserem Vaterlande zu ohnmächtiger Schwächeherabsank, Gegenkönige auftraten, welche nur für kurze Zeitund auf beschränktem Räume sich ein kümmerliches Ansehenzu verschaffen vermochten, und Alles in Willkür und Gewalt-tat ausartete und der Schwache die Beute des Stärkernwurde, hatte zum Heile Deutschlands seit dem Anfange desJahrhunderts in vielen Landschaften das Bürgerthum sichimmer fröhlicher entfaltet und war zu einem Hort für Frei-heit, Bildung und Kunst erstarkt, indem verschiedene Städte-gemeinden sich zum gegenseitigen Schutze vereinigten. Esbildeten sich in verschiedenen deutschen Landschaften Städte-verbände, bis endlich der rheinische auftrat, dessen Anfangman gewöhnlich auf das Jahr 1247 zurückführt, der abermit Sicherheit erst im Jahre 1254 nachgewiesen werden kann.Der Mainzer Arnold von Walpod 1 ) war die Seele des Bun-des, dessen kriegsgeübte Schaaren die Burgen des Raubadelsbrachen, dem Kaufmanne die Handelsstrassen sicherten unddie Bauern vor völliger Zertretung schützten. Trotz desWiderspruchs des Adels, vieler geistlicher und weltlicherGrossen entwickelte und erweiterte er sich und brachte dasBürgerthum zu Anerkennung und höherer politischer Bedeu-tung. Zu Land und zu Wasser sorgte er für die Sicherheitdes Verkehres: hundert mit Armbrustschützen, der gefürch-tetsten Kriegsmannschaft der Zeit, bewaffnete Fahrzeugesollten den Rhein von Basel bis zur Mündung der Mosel,fünfzig andere den Lauf desselben von da an bis zum Meeresichern. Achen, das sich kaum von dem Schlage, welchenihm die Belagerung König Wilhelms zugefügt, erholt hatte,
') Ein vielvermögender Mann in Mainz fing an, seine Mitbür-ger zu ermahnen, sich zur Wiederherstellung des Friedens durcheinen Eid zu verbinden. Sie und viele andere Städte stimmten ihmbei. Man nannte ihn Walpode. Die Sache gefiel aber weder denFürsten, noch den Rittern, noch den Ständen, und am wenigstendenen, welche beständig die Hände nach Raub ausstreckten, indem siesagten, es sei schändlich, dass Kaufleute über geehrte und adelicheMänner die Herrschaft hätten. So Albert von Stade.