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Heinrichs V. Charakteristik.
heit — er litt an einem Krebsübel — längere Zeit verweilte.Hier belohnte er die Dienste des Pfalzgrafen Otto von Wit-telsbach mit einer bedeutenden, wahrscheinlich der letztenSchenkung, die er verlieh. Von hier begab er sich überDuisburg nach Nimwegen und von Nimwegen nach Utrecht,um hier am 17. Mai das Pfingstfest zu begehen. Wie KonradII., der erste Kaiser seines Geschlechtes, starb er hier am23. Mai. Er war noch nicht 43 Jahre alt. Seine Ehe mitMathilde war kinderlos und mit ihm starb der Mannsstammseines Hauses aus. Krone und Reichsinsignien hatte er seinerGemahlin übergeben, damit sie seinem rechtmässig erwähltenNachfolger überliefert würden. Sie sollten in der Burg Tri-fels bis dahin aufbewahrt werden. Seine Bestattung fand inSpeier statt, wo die Könige aus seinem Hause ruhten. DasUrtheil der Mit- und Nachwelt über ihn lautet sehr streng.Er war, sagt Giesebrecht, ein kalter herzloser Mensch ge-wesen, der sich nirgend Liebe gewonnen hatte. Niemandwollte die Zeiten seines Regiments als glückliche preisen.Selbst solche Fürsten, die ihn mit Ausdauer unterstützthatten, wie Herzog Heinrich von Baiern, Pfalzgraf Gottfriedvon Lothringen und Graf Berengar von Sulzbach, bezeich-neten unmittelbar nach dem Leichenbegräbniss HeinrichsRegierung als einen Zustand der Unterdrückung für Kircheund Reich; sie baten Gott, dem Abgeschiedenen einen Nach-folger zu geben, unter dessen Herrschaft nicht mehr Kircheund Reich im knechtischen Joch zu seufzen hätten, sondernsich gesetzlicher Ordnung erfreuen könnten. — Seine Regie-rung floss dahin unter stetem Kampf nach Aussen und nachInnen; selbst seine Kaiserkrönung am 12. Februar 1111wurde durch Gewaltthat gegen den Papst Paschal II. unter-brochen. Das Blut floss in den Strassen Roms. Der Papstwurde am Tage selbst und in der Peterskirche seiner Freiheitberaubt und dem Kaiser das Investitur-Recht einzuräumengezwungen. Erst unter Paschais Nachfolger Calix II. wurdedurch den Vertrag zu Worms 1122 der fünfzigjährige Streitzwischen Kirche und Staat geschlichtet.