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Heinrich IV. in Tribur und in Kanossa.
Auf Bitten Konrads, des Kapellans Heinrichs IV. und(sechsten) Probstes der Marienkirche, schenkte der Königdieser am 21. April 1076 drei Advokatien oder Vogteien,über Walhorn, Lonzen und Manderfeld.
Unterdessen war der König fast sechsundzwanzig Jahrealt geworden. Sein Knabenalter war unter ganz einanderwidersprechenden, meist nachtheiligen Einflüssen dahin ge-gangen, die Freiheit seines Jünglingsalters hatte er zumSchaden seiner Gesundheit und seines Rufes missbraucht, inder Ehe mit einer vortrefflichen Fürstin war er durch eigeneSchuld nicht glücklich, das Reich war in grosser Verwirrung,Empörung und Krieg an der Tagesordnung, kein Friede zwi-schen der kirchlichen und weltlichen Gewalt. Ja der jungeleichtsinnige Fürst hatte den Kampf mit dem gewaltigstenund kräftigsten Papst des Mittelalters aufgenommen und die-sen, Gregor VII., in seiner Selbstüberhebung gebannt. Als-bald erfolgte die Excommunication des Königs. Und hierzeigte sich, wie tief das Ansehen desselben erschüttert war.Alles wankte, Alles verliess ihn und eine Fürstenversamm-lung in Tribur im Oktober 1076 schien ihm dasselbe Schick-sal des Karolingers Karls des Dicken, nämlich Absetzung zubereiten, als die beiden päpstlichen Legaten, unter ihnender frühere Probst von Achen und Kaplan der KaiserinAgnes, Altmann, die wankende Krone stützten. Heinrichdemüthigte sich, that Busse zu Kanossa, gesellte sich abergleich wieder den Gegnern des Papstes zu, was die deut-schen Fürsten bewog, seinen Schwager Rudolf von Schwabenzum Könige zu wählen, der am 26. März 1077 in Mainzvom dortigen Erzbischofe Siegfried gekrönt wurde. Als Ru-dolf nach dreijährigem blutigen Bürgerkrieg am 15. Oktober1080 in der Nähe der Elster gefallen war, wählten die Geg-ner Heinrichs Hermann von Luxemburg zu ihrem Könige,den Erzbischof Siegfried von Mainz am 26. Dezember 1081zu Goslar krönte. Obgleich Lothringen, welchem der neueGegenkönig angehörte, sich am wenigsten au den Kämpfender vergangenen Jahre betheiligt hatte, so waren auch hierFehden in dieser vielbewegten Zeit sehr häufig. Diese be-stimmten den Bischof Heinrich von Lüttich in seiner Diöcese,zu welcher auch Achen gehörte, im Jahre 1081 mit Zustim-