104 Heinr. IV. Schenkungen an d. Marienstift. Erzb. Anno u. Stablo.
und bis zu seinem Tode Bischof von Constanz. Nach ihmwurde Altmann Probst und Kapellan der Kaiserin Agnes,welcher von 1065 bis 1092 Bischof von Passau war. Derselbemachte im Jahre 1064 den bewaffneten Pilgerzug zum ge-lobten Lande mit, den Erzbischof Siegfried von Mainz an derSpitze von 7000 Mann unternahm. Nur etwa 2000 von ihnensollen ihr Vaterland wiedergesehen haben. Nach Altmannwar Wecelo Probst des Marienstifts in Achen. Dieser wurde1084 Erzbischof von Mainz. Er war ein Freund Heinrichs IV.und starb 1109.
Am 29. März 1065 wurde Heinrich IV. zu Worms infeierlicher Weise in seinem fünfzehnten Jahre wehrhaft ge-macht und dadurch mündig erklärt. Der GeschichtschreiberLambert berichtet, er habe, wenn nicht die Mutter ihn ab-gehalten hätte, sich alsbald an dem Erzbischof Anno vonKöln wegen dessen Gewaltthat gegen den zwölfjährigen Kna-ben in der Pfalz Kaiserswerth rächen wollen.
Im Jahre 1064 wird zuerst erwähnt, dass die AbteienStablo und Malrnedy in Achen ein herrschaftliches Gebäude,eine Kapelle (Aldegundis), dreissig Häuser und Land besassen.Erzbischof Anno hatte das in seiner Erzdiöcese gelegeneKloster Malmedy 1065 vom Könige sich schenken lassen unddemselben einen eigenen Abt gegeben. Sechs Jahre langbemühten Theoderich, Abt von Stablo, und die Mönche sichvergebens, beim Könige die Schenkung rückgängig zu machen.Zuletzt begaben sich die Stabloer mit dem Körper des h.Remaclus, des Gründers ihres Klosters, nach Achen, wo derKönig einen Reichstag hielt; erwirkten aber hier nicht, dassMalmedy mit Stablo wieder vereinigt wurde. Die Mönchekehrten traurig mit dem h. Remaclus in ihr Kloster zurück.(Triumph, s. Remacli p. 444.)
Als König Heinrich IY. im Mai 1071 in Liittich Hofhielt, brachten die Mönche auch dahin den h. Remaclus.Nach Lambert von Hersfeld gelangten erst hier die Stabloerin den Besitz ihres Klosters Malmedy.
Bertha, die Tochter der Markgräfin Adelheid von Turin,welche am 29. Juni 1066 in Würzburg gekrönt worden war,wurde am 13. Juli desselben Jahres dem Könige Heinrichvermählt. Dieser schenkte im Palast zu Achen Ende Juni