Heinrichs IV. Minderjährigkeit. Investiturstreit.' 103
Minderjährigkeit eines von der Vorsehung mit reichen Gabenausgestatteten, aber durch Erziehung missleiteten Fürsten,welcher nie dazu gelangte, seiner Neigungen und Leiden-schaften Herr zu werden. Und doch erforderte die Zeiteinen ernsten, besonnenen Herrscher, der wie seine Vor-gänger am Reiche, Heinrich II., Konrad II. und Heinrich III.,Hand in Hand mit den Päpsten den Uebeln des Tages, derSimonie und der ungebundenen Lebensweise des Clerus ent-gegenarbeitete. Leider aber ward er eine Stütze dem Miss-brauche, und die rücksichtslose Weise, mit welcher er in dieKeclite des Hauptes der Kirche eingriff und die hohen Kir-chenämter mit seinen Günstlingen besetzte, rief den Kampfzwischen Kirche und Staat hervor, welcher unter dem Namendes Investiturstreites bekannt ist. Heinrich IV. erlebte nichtdessen Ende.
Der Hof hielt sich am 4. März des Jahres 1059 in derAchener Pfalz auf, wie wir aus einer Urkunde ersehen, durchwelche der junge König dem hiesigen Marienstifte seine Be-sitzungenbestätigt, insbesondere die Kapelle auf dem Lousberg J )und die Güter in den Villen Ilerve und Vaels in dem Lüttichgau,Der König datirt von dem Jahre seiner Krönung. Zwei Jahrespäter schenkte Graf Udo, Walram I., Graf von Limburg derStiftskirche zu Achen eine Hörige zu dem Altar des Ii. Adalbertdaselbst. Am 15. Januar 1064 bestätigte Heinrich IV. das vonseiner Mutter Agnes dem Kloster zu Burtscheid geschenkteGut Sinzig im Ahrgau. Das Marienstift zu Achen hatte indiesem Jahre seinen vierten Probst. Der erste war Brun 2 )(oben S. 69), der zweite Thietmar, welcher Kanonikus zumh. Mauritius in Magdeburg, Probst zu .Mainz und Achenwar, 1002 Bischof von Osnabrück wurde und 1020 starb;Theoderich war dritter Probst, Kanzler Kaisers Heinrich II.
') In monte luouesberch, im Eingänge der Urkunde luuesberg indem schönen Codex, welcher sich im Besitze des Archivars P. St.Iiaentzeler befindet. 2 ) Ein Vorgänger als Abt wird Udalricus gewesensein. Auf einer der Seiten der Basis des vor dem westlichen Eingangedes Münsters stehenden etwa 3' hohen broncenen Pinienapfels stehtder Vers:
Auetori grates canit Oudalrieus pius abbas,
Fromm singt Dank Ulrich dem Schoepfer der Dinge.