Krönungsfeier Ottos I.
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Franke, seinem Berufe nach Mönch, erzogen und unterrichtetin Fulda, der durch Verdienst zur Würde eines Abtes diesesKlosters befördert wurde und nachher den Stuhl des Erz-bisthums Mainz bestieg. Dieser war ein Mann von grosserHeiligkeit, berühmt durch die natürliche Weisheit seinesGeistes und durch grosse Gelehrsamkeit. Von ihm erzähltman, er habe neben anderen Gnadengaben auch den Geistder Weissagung empfangen. Da wegen der Salbung eineErörterung entstand zwischen den Bischöfen, nämlich demvon Trier (Rotbertus), welcher die Ausspendung derselbenbeanspruchte, weil sein Sitz der ältere und gleichsam vomh. Petrus gegründete sei, und dem von Köln (Wicfrid), weilder Ort (Achen) zu seinem Sprengel gehöre, und jeder ausdiesen Gründen meinte, ihm komme die Ehre zu, die Salbungvorzunehmen, wichen doch beide der Allen bekannten per-söhnlichen Würde Hildiberht's. Dieser aber trat zum Altare,nahm das Schwert mit dem Wehrgeherik, wandte sich zumKönige und sprach: »»Nimm dieses Schwert, um mit ihmalle Feinde Christi, Heiden und schlechte Christen zu ver-treiben, da dir zur Sicherung des Friedens der Christenheitdurch den Willen Gottes die ganze Macht des gesammtenReiches der Franken übergeben wurde.«« Dann nahm erdie Spangen und den königlichen Mantel, legte ihm beides anund sprach: »»Durch dieses bis zum Boden reichende Gewandmögest du daran erinnert werden, dass du von Eifer für denGlauben erglühen und in Aufrechthaltung des Friedens biszu deinem Ende verharren mögest.«« Dann nach Ueber-reichung des Scepters und des Stabes: »»Diese Zeichen er-mahnen dich, dass du deine Unterthanen mit väterlicherZüchtigung strafest und vor allen den Dienern Gottes, denWitwen und Waisen mitleidig deine Hand darbietest, unddass niemals deinem Haupte das Oel der Erbarmung fehle,damit du hier und dort mit ewigem Lohne gekrönt wer-dest.«« Alsbald wurde er von den Erzbischöfen Hildiberhtund Wicfrid mit dem heiligen Oel gesalbt und mit dem gol-denen Diadem gekrönt, und nach in gehöriger Weise voll-endeter Salbung von demselben Erzbischofe zum Thronegeführt, zu welchem man auf Wendeltreppen hinanstieg und derzwischen zwei marmorenen Säulen von wunderbarer Schönheit